Mehr internationale Aufmerksamkeit für Straßenkinder fordert "Jugend Eine Welt". Jedes betroffene Land soll Aktionspläne zu ihrem Schutz beschließen und dafür ausreichend Geldmittel zur Verfügung stellen, betonte der Geschäftsführer des katholischen Hilfswerks, Reinhard Heiserer, am Dienstag, 11. April 2017 in einer Aussendung. In den Mittelpunkt rückt "Jugend Eine Welt" besonders das Schicksal der Straßenkinder im Bürgerkriegsland Afghanistan, in das zunehmend Flüchtlinge aus Österreich zurückgeschickt werden. Seit Jahren werden hier Hilfsprojekte für benachteiligte Kinder sowie junge Frauen unterstützt, die verhindern sollen, dass die Betroffenen auf der Straße landen.
Allein in der Hauptstadt Kabul leben Angaben des Kinderhilfswerks UNICEF zufolge mindestens 60.000 Kinder - Menschenrechtler rechnen sogar mit über 100.000 - auf der Straße und schlagen sich mit Betteln, Müllsammeln oder dem Verkauf von kleinen Utensilien durch. Häufig unterstützen die Kinder mit ihrer Arbeit auch noch arme Familienangehörige. Ihr Risiko, entführt, ausgebeutet oder sexuell missbraucht zu werden, sei hoch, bestätigte der Sprecher des afghanischen Innenministeriums, Sadiq Sadiqi, in einem Interview.
Hoffnung auf eine drastische Besserung der Situation von Straßenkindern weltweit besteht laut "Jugend Eine Welt" durchaus: Im Mai 2017 werde in Genf eine neue, UN-Richtlinie ("General Comment") zu ihrem Schutz verabschiedet, die dann für alle Vertragsstaaten der UN-Kinderrechtskonvention bindend ist.
"Jugend Eine Welt" äußerte sich aus Anlass des "Welttags der Straßenkinder", den das Hilfswerk gemeinsam mit dem "Consortium for Street Children" als künftigen Gedenktag der Vereinten Nationen am 12. April etablieren will. In Österreich wird schon bisher die Schulkampagne "Tag der Straßenkinder" am 31. Jänner, dem Gedenktag des "Straßenkinder-Patrons" Don Bosco, an die dramatische Situation der Millionen betroffenen Kindern erinnert.