Papst Franziskus liefert auch beim Thema Beichte eine Steilvorlage. Er empfängt nach eigener Aussage alle vierzehn Tage das Bußsakrament. Wir sind laut Kirchenrecht dazu angehalten, die schweren Sünden wenigstens einmal im Jahr aufrichtig zu bekennen. Natürlich soll und kann man öfter beichten gehen.
In ihrem Buch „Sakrament der Barmherzigkeit. Welche Chance hat die Beichte?“ (Herder-Verlag) zeigen die Regensburger Kirchenrechtlerin Sabine Demel und der Theologe und angehende Psychologische Psychotherapeut Michael Pfleger neue Wege, um die Idee, die Krise und die Chance der Beichte zu bedenken.
Der fundierte Sammelband ist in vier Teile gegliedert. Unter dem Titel „Alles was Recht ist“ wird das Bußsakrament im Spiegel kirchenrechtlicher Normen behandelt. „Erfahrungswelten“ zeigen im zweiten Teil, wo es „Orte“ für die Beichte gibt, angefangen von der Erstkommunionvorbereitung bis hin zum Volksfest.
Beeindruckend sind im dritten Teil die Erfahrungen mit Schuld, Sünde und Versöhnung aus der Sicht von Gläubigen. Der Bogen spannt sich dabei von der 8-Jährigen bis hin zum 80-Jährigen.
Im vierten Teil wird unter dem Stichwort „Denkprozesse“ das Bußsakrament im Spiegel theologischer Reflexion beleuchtet. Besonders seien genannt die neutestamentlichen Perspektiven, der „Verrat des Petrus“ und seine Bedeutung für das Sakrament der Versöhnung und der Beitrag von P. Anselm Grün OSB über „Bußsakrament, geistliches Leben und geistliche Begleitung“.
Fazit: Das beste Buch über die Beichte in den letzten Jahren! Eine vorösterliche Pflichtlektüre!