Der Vorsitzende der Bischofskonferenz der Philippinen, Socrates Villegas, hat sich für die Unterstützung aus Österreich im Kampf gegen die Wiedereinführung der Todesstrafe bedankt. In einem Brief an Heinz Hödl, den Geschäftsführer der Koordinierungsstelle (KOO) internationale Entwicklung und Mission der Österreichischen Bischofskonferenz, nannte Villegas die Rückenstärkung durch seine "Brüder im Bischofsamt" eine "ermutigende Botschaft der Solidarität"; Gott stehe für Barmherzigkeit - eine Wahrheit, die in einer wachsenden Kultur des Todes immer schwieriger zu vermitteln sei, so der Erzbischof von Lingayen-Dagupan am Samstag, 18. März 2017.
In ihrer Erklärung "Bedrohte Menschenrechte auf den Philippinen" - die der immer wieder mit Menschenrechtsfragen befasste Hödl an Villegas weiterleitete - hatte sich die Österreichische Bischofskonferenz am Freitag im Anschluss an ihre Frühjahrsvollversammlung gegen die Wiedereinführung der 2006 abgeschafften Todesstrafe auf den Philippinen gewandt und den Widerstand der Philippinischen Bischofskonferenz unterstützt, die in einem Hirtenwort die grundrechtswidrigen Maßnahmen unter Präsident Rodrigo Duterte kritisierte.
Die Wiedereinführung der Todesstrafe wird seitens der philippinischen Regierung mit der Bekämpfung der Drogenkriminalität begründet. Dieses politische Ziel habe seit dem Amtsantritt von Duterte vor knapp einem Jahr eine erschreckende Welle der Gewalt ausgelöst, beklagten Österreichs Bischöfe: "Seit damals wurden im Drogenkrieg über 2.500 Menschen von der Polizei getötet, dazu sind fast doppelt so viele Menschen unter ungeklärten Umständen und als Folge der grassierenden Lynchjustiz gewaltsam ums Leben gekommen." Die Todesstrafe nannten die österreichischen Bischöfe "die grausamste, unmenschlichste und erniedrigendste Form der Bestrafung".
Auch Medien auf den Philippinen berichteten am Samstag von der Solidaritätsbekundung aus Österreich. Die politische Linie von Präsident Duterte ist im Inselstaat umstritten: Im Februar hatten mehr als 10.000 Katholiken in der philippinischen Hauptstadt Manila gegen die Wiedereinführung der Todesstrafe demonstriert. Bei dem "Marsch für das Leben" protestierten sie zugleich gegen die außergerichtlichen Tötungen in Dutertes "Drogenkrieg". Zu der Demonstration hatten die Bischofskonferenz der Philippinen und katholische Laienorganisationen aufgerufen. Der Erzbischof von Manila, Kardinal Luis Antonio Tagle, rief in seiner Rede zum "gewaltlosen Widerstand" auf.