
Die St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien gibt es seit 2010. Sie ist zusammengeführt worden aus dem ,Diözesanen Hilfsfonds’ und dem ,Verein Rat und Hilfe’“, erzählt Nicole Meissner, stv. Geschäftsführerin der Stiftung: „Wir sind eine sehr breit gefächerte soziale Einrichtung. Wir haben einerseits eine Beratungstelle, andererseits zwei Mutter-Kind-Häuser und Start-Wohnungen sowie eine Webstube.“
„Die Kernaufgabe unseres Unternehmens ist es, schwangere Mütter oder Müttern mit Kindern zu unterstützen“, sagt Marcus Piringer, Geschäftsführer der St.-Elisabeth-Stiftung.
Ein Schwerpunkt ist die Familien-, Rechts-und Schwangerenberatungsstelle in der Arbeitergasse 28/2, für Frauen, die sich vor der Geburt in einer Krisensituation befinden. „Meine Vision ist, dass wir uns hier auf das Kerngeschäft konzentrieren, Mütter bei ungeplanten Schwangerschaften zu unterstützen und zu beraten“, betont Piringer: „Wir haben eine klare Haltung, dass wir für das Leben sind, dass wir die Entscheidungen der Frauen wahrnehmen. Wir wollen nichts aufoktroyieren, wir unterstützen sie aktiv auf dem Weg zu einer glücklichen Mutter.“
„Das Führen unserer Mutter-Kind-Häuser geschieht in Zusammenarbeit mit dem ,Fonds Soziales Wien’, wobei Mütter maximal zwei Jahre bei uns wohnhaft sein können“, zählt Piringer auf: „Wir begleiten die teilweise noch schwangeren Mütter und dann auch die Kinder. Wir schaffen etwa Angebote für den Umgang mit Säuglingen.
Ein Schwerpunkt ist, dass wir auch ein eigenes Kinder-Team haben. Wir stärken dabei auch das soziale Miteinander zwischen Müttern und Kindern. Viele dieser Mütter sind u. a. auch in ihrer Mütter-Rolle überfordert aufgrund dieser Krisensituation.“
„In Zusammenarbeit mit unserer Webstube und Kreativwerkstatt gibt es Kreativkurse, die einige Wochen dauern, wo Mütter lernen, in einen Rhythmus hineinzukommen, eine Vorstufe für eine spätere berufliche Integration“, betont Meissner. Meist werden dabei Produkte für die Oster- und Weihnachtsmärkte der St.-Elisabeth-Stiftung erzeugt.
„Wir haben auch neun Startwohnungen geschaffen, als Übergang nach den bis zu maximal zwei Jahren in den Mutter-Kind-Häusern, sodass diese Frauen dann maximal zwei Jahre in diesen Wohneinheiten des betreuten Wohnens leben können“, sagt Piringer: „Hier müssen die Frauen lernen, selbständig auf beiden Beinen zu stehen. Hier ist die berufliche Integration ganz wichtig.“ In den beiden Mutter-Kind-Häusern können bis zu 27 Frauen mit Kindern wohnen.
Was die St. Elisabeth-Stiftung braucht, um den Frauen helfen zu können?
„Vieles können wir nur tun, wenn wir genug Spenden bekommen“, unterstreicht Piringer. „Was wir sicher auch brauchen, ist eine stärkere Sensibilisierung der Gesellschaft“, sagt Meissner: „Die Kinder, die bei uns andocken, sind unsere Zukunft.“
Piringer: „Ich sehe uns als karitative Einrichtung, die versucht, wenigstens im Kleinen eine Antwort darauf zu geben, dass Kirche nicht nur über etwas redet, sondern auch handelt und konkret hilft.“