Zuerst stand am Montag, 6. März 2017 die Baustelle des Pfarrkindergartens Leopoldau am Programm. Der ehemalige Alt Wien-Standort wird derzeit nach baubehördlichen Vorschriften umgebaut. Im Zuge des Umbaus werden auch ein Bewegungs-, Personal- und Besprechungsraum umgesetzt. „Das Wohl der Kinder und der Mitarbeiter steht bei uns an erster Stelle. Das heißt die Kinder benötigen viel freie Bewegungsfläche, deshalb steht ab Herbst neben dem großen Garten auch ein Bewegungsraum zur Verfügung. Für die Mitarbeiter wird es einen Personalraum und für Elterngespräche einen Besprechungsraum geben. Ab dem Kindergartenjahr 2017/18 stehen in Floridsdorf somit 80 weitere Betreuungsplätze für Kinder ab einem Jahr zur Verfügung“, erklärt Elmar Walter, Geschäftsführer der St. Nikolausstiftung.
Nur knapp 100 Meter entfernt eröffnete die St. Nikolausstiftung im Herbst 2016 den 4-gruppigen Kindergarten „Feuerwache“. 80 Kinder werden hier betreut, 35 Kinder wurden von dem ehemaligen Alt Wien-Standort aufgenommen.
Vor Ort überzeugte sich die Bundesministerin vom pädagogischen Konzept. In jeder Kleinkind-, Kindergarten- oder Hortgruppe betreuen eine ausgebildete Pädagogin und eine Assistentin die Kinder. Alle Mitarbeiter der St. Nikolausstiftung haben die Möglichkeit, jedes Jahr Fortbildungen im Ausmaß ihrer jeweiligen Wochenarbeitszeit zu besuchen, zusätzliche Stunden können in der Freizeit besucht werden.
Das interne Fortbildungsprogramm enthält ca. 150 Kurse, die für das Personal der St. Nikolausstiftung zum Großteil kostenfrei sind. „Die laufende Weiterbildung und die Begleitung der Jungpädagogen in den ersten beiden Dienstjahren hat bei uns einen zentralen Stellenwert“, erklärt Susanna Haas, pädagogische Leiterin der St. Nikolausstiftung, und verweist auf ein weiteres Qualitätsmerkmal der Trägerorganisation – das Mobile Team. „Unser Mobiles Team besteht aus Sonderkindergartenpädagoginnen, Psychologinnen und Ergotherapeutinnen. Dieses interdisziplinäre Team unterstützt rasch und niederschwellig Pädagoginnen und Pädagogen im Bedarfsfall und steht auch Eltern beratend zur Verfügung.“
Seit Jahren betont die St. Nikolausstiftung die erste Bildungsinstitution Kindergarten bei Reformen im Schulsystem miteinzubeziehen. Aber auch bei der letzten Schulreform wurde der Kindergarten „vergessen“. Eine gemeinsame Ausbildung von Kindergarten- und Volksschulpädagogen wäre begrüßenswert. Im Hinblick auf die neuen Aufgaben, die an Kindergartenpädagogen im Rahmen der Transition vom Kindergarten in die Schule gestellt werden, wäre die gemeinsame Ausbildung auf tertiärem Niveau für beide Seiten wichtig und zugleich eine Aufwertung des Berufsfeldes.
Ein weiterer Kritikpunkt ist der Betreuungsschlüssel, vor allem im Bereich der Kleinkindergruppen. Ein ideales Betreuungsverhältnis wäre eine Pädagogin für drei Kleinkinder, derzeit werden zumeist 15 junge Kinder von einer Pädagogin und einer Assistentin betreut. Eine weitere Forderung ist die Einführung eines österreichweiten Bundesgesetzes für den Kindergarten, das die Qualität, den Betreuungsschlüssel und die Öffnungszeiten sicherstellt.
Zur St. Nikolausstiftung Erzdiözese Wien gehören derzeit über 80 Standorte mit rund 1000 Mitarbeitern und circa 6.000 Kindern. Die Kindergärten und Horte sind in allen Wiener Bezirken vertreten. Ein gelebtes Miteinander, Erziehungspartnerschaft und ein Interesse an den individuellen Lebensentwürfen der Kinder und ihrer Familien zeichnen die pädagogische Arbeit aus. Auf Basis des christlichen Weltbildes bieten wir den Kindern Raum und Zeit, altersgerecht über die Grundfragen des Lebens nachzudenken.