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St. Stephan / Die Grabplatte zeigt den Kaiser im Moment seiner Auferweckung am Jüngsten Tag.
28.02.2017

Das Grab des Kaisers Friedrich III.

Kaiser Friedrich III. - Wer war dieser Mann, der im Stephansdom begraben liegt?

 

Spannende Unterhaltung mit Bildungsanspruch verspricht der ORF/ZDF-Fernseh-Dreiteiler „Maximilian. Das Spiel von Macht und Liebe“ (ab
1. März in ORF1).

 

270 Minuten Kampf, Liebe und Intrige als packende und bewegende Liebesgeschichte zweier junger Menschen, die das Weltreich der Habsburger begründete: Maximilian von Habsburg und Maria von Burgund stehen im Zentrum des TV-Historiendramas von Regisseur Andreas Prochaska.


Eine wichtige Rolle im Film spielt Maximilians Vater, Kaiser Friedrich III., der in Wiener Neustadt im 15. Jh. residierte und dessen Hochgrab sich im Wiener Stephansdom rechts vom Hauptaltar befindet. „Das Grab Friedrichs III. im Wiener Stephansdom gilt als das größte Kaisergrabmahl nördlich der Alpen“, erklärt Domarchivar Reinhard Gruber im Gespräch mit dem SONNTAG. 40 Jahre lang wurde daran in mehreren Etappen gebaut.

 

In Stein gemeißelte Theologie

Kein Geringerer als Niclas van Leyden, der bedeutendste Steinmetz seiner Zeit, schuf die Deckplatte und den Wappenkranz. „Das Grabmal Kaiser Friedrichs III. in seiner Gesamtheit kann als in Stein gemeißelte Theologie des späten 14. bzw. frühen 15. Jahrhunderts gesehen werden“, sagt Reinhard Gruber. Ursprünglich war das Grabmal für das Neukloster in Wiener Neustadt geplant. „Warum sich Friedrich letztlich im Dom bestatten ließ, ist nicht zu hundert Prozent geklärt“, so der Domarchivar.
 

Im Film wird Friedrich III., der als Zauderer, ständig pleite und zugleich in Belagerungssituationen geduldig Ausharrender galt, meisterhaft von Tobias Moretti verkörpert. Auch das Aussehen des Schauspielers wurde den Porträts des Kaisers sehr gut angepasst. Ein solches Bildnis mit den authentischen Gesichtszügen des Kaisers befindet sich auf der Deckplatte des Grabes (sie ist links vom Grab im Dom auf einem Leucht-Bildschirm zu sehen).

 

Gruber: „Die Deckplatte des Grabes ist besonders auffällig. Sie zeigt Friedrich liegend auf einem Polster. Er hat die Augen offen und hebt das rechte Bein an! Friedrich wollte hier den Moment seiner Auferweckung, wie er uns allen für den Jüngsten Tag verheißen ist, dargestellt wissen.“


Friedrich (auch der Fromme genannt) galt als größter Heiligenverehrer. Das Grabmal zeigt Jesus und 52 Heilige. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Grab eingemauert und konnte so vor der Zerstörung bewahrt werden.

 

Gerüchte, der Kaiser würde gar nicht in diesem Grab liegen, konnten zuletzt 2013 wissenschaftlich widerlegt werden. „Der neue Fernsehfilm ist spannend und macht Appetit, sich mit unserer Geschichte neu auseinander zu setzen“, meint Reinhard Gruber.