Ein säkularer Staat hat seine Geschichte. Säkularisierung bezeichnet den Prozess der Abkehr von einer Religion. Die Frage ist, von welcher.
Vom Christentum sagt man, dass es den Säkularisierungsprozess fördere. Es ist eine Vernunftreligion: Der Glaube sucht den Intellekt (Anselm von Canterbury).
Nimmt man einen zentralen Begriff europäischer Rechtsordnungen – Menschenwürde – zeigen sich im Hintergrund griechische Philosophie, römisches Reich, Judentum, Christentum und europäische Aufklärung.
Der Würdebegriff erwächst aus religiösen Kontexten (vor Gott sind alle Menschen gleich) und wird zum säkularen Begriff.
Der Staat lebt von Werten, die er sich selbst nicht geben kann (Böckenförde).
Da das Kreuz – richtig interpretiert – ein Symbol der Befreiung, Erlösung, Liebe und des Respektes vor jedem Menschen ist, soll es als Hintergrund des säkularen Staates öffentlich bleiben.
Obendrein sieht das Christentum von Anfang an eine Trennung von Kirche und Staat vor („Mein Reich ist nicht von dieser Welt“). Andere Religionen müssen ihr Verhältnis zum säkularen Staat klären.