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14.02.2017
Großformatige Tableaus im „Bassano“-Saal.

"Sammlung“ Philipp Schönborns im Kunsthistorischen Museum eröffnet

Sabine Haag, Generaldirektorin des KHM: „Ein sensibler Künstler, dessen fotografische Werke überzeugen“.

Die Ausstellung „Philipp Schönborn. Sammlung“ im Kunsthistorischen Museum (KHM) gibt Einblick in das Oeuvre des Künstlers seit mehr als 25 Jahren. Am Montag, 13. Februar 2017 wurde sie im Bassano Saal im eröffnet.

 

Die Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums, Sabine Haag unterstrich bei der Eröffnung: „Schönborns Sammeln ist ein formbewusstes Sammeln. Erst im Prozess des Sammelns entscheidet sich sein Thema.“

 

Zu sehen sind u.a. Steinproben von den Gebäuden der Wiener Ringstraße, Marienbildnisse aus dem Bayerischen Nationalmuseum, Hände aus dem Kunsthistorischen Museum, Details aus der Wiener Kunstkammer, Insekten aus dem Naturmuseum in Luzern, Torsi aus dem Alten Museum Berlin, Mumienporträts aus dem Ägyptischen Museum in München, Details aus dem romanischen Domportal von Gurk und Schönborns eigene Büchersammlung.

 

Fotografie in Leuchtkästen oder Aluminiumrahmen

Generaldirektorin Haag fasziniert, dass „wir mit Philipp Schönborn einen sensiblen Künstler gefunden haben, dessen fotografische Werke überzeugen.“ Schönborns Mittel ist die Fotografie in Leuchtkästen oder Aluminiumrahmen, die meist mehrteilig sind. Er sammelt Bilder, es entstehen Serien mit Aufnahmen von immer wieder kehrenden Dingen und Details von Kunstwerken.

 

„Im besten Sinne des Wortes ein Flaneur“

Der Künstlerische Leiter des Museum Niederösterreich Carl Aigner unterstricht die Qualität der Arbeit von Philipp Schönborn und sein autodidaktischer Zugang: „Er ist im besten Sinne des Wortes ein Flaneur. Mit einer Kleinbildkamera völlig unspektakulär, wie ein Tourist. Das bedeutet mit einem Blick der nicht funktionalisiert war, der sich nicht programmiert hat, sondern sich erst mit dem Gang durch die Museen und Ausstellungen geöffnet hat. Es geht ihm darum zu zeigen, dass Museen immer eine Betrachtung erfordern. Farbe ist ihm dabei wichtig und die Farbe ist vor der Form, hier geht es um Empfindsamkeit von Farbe zur Gewinnung von Bildern. Es geht ihm nicht um das perfekte, sondern das richtige Bild im Zusammenhang mit dem Gesamtkonzept eines Tableaus“.

 

Künstler Philipp Schönborn unterstrich bei der Eröffnung gegenüber „radio klassik Stephansdom“ zu seinen Fotografiewerken: „ Wenn ich eine Skulptur fotografiere, möchte ich das Umfeld zeigen und das Thema in die Mitte setzen, das macht Bedeutung.

 

„Er ist ein ganz konsequenter Arbeiter“

Bei der Eröffnung waren auch seine Brüder Christoph und Michael anwesend. Kardinal Christoph Schönborn fasziniert am künstlerischen Ausdruck seines Bruders Philipp: „Er ist ein ganz konsequenter Arbeiter, er geht seinen Themen über Jahre nach, hat eine unglaubliche Erfahrung angesammelt, ein enormes Wissen. Ich bewundere seinen Blick, die Fähigkeit, Themen zu erfassen, festzuhalten. Und er ist ein Meister der Komposition geworden. Dinge zusammen zu bringen und damit ins Gespräch zu bringen, die man normalerweise gar nicht so genau ansieht.“

 

Bruder Michael Schönborn ist Schauspieler. Auch ihn begeistert am Werk von Bruder Philipp: „Die Konsequenz seiner Arbeit“. Michael Schönborn ist auch „leidenschaftlicher Fotograf“.  Besonders Motive in der Stadt und der Natur fotografiert er.

 

Zur Ausstellung wurde ein Katalog im Bucher Verlag herausgegeben. Ein umfangreicher Aufsatz von Annette Philipp darin stellt das fotografische Werk von Philipp Schönborn erstmals in einen kunsthistorischen Zusammenhang und bettet die Tableaus in die Entstehungsgeschichte des Museums sowie die Wunderkammerzeit ein.

 

Die Austellung „Philipp Schönborn. Sammlung“ im Bassano-Saal des Kunsthistorischen Museums Wien ist von 14. Februar bis 3. September 2017, Dienstags bis Sonntags, jeweils von 10 bis 18 Uhr z u besichtigen.