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10.02.2017

11. Februar: Welttag der Kranken - Alte Menschen leiden anders

Krank und alt - das Franziskus-Spital in Wien stellt sich dieser Herausforderung in besonderer Art und Weise.

 

Weit über 90 Jahre alt ist die alte Dame, die da seit einigen Tagen auf ihren Rollator gestützt durch die Gänge eines Wiener Spitals wandert. Weit über 90 – und schwer dement. Wer sie ist, weiß sie nicht immer. Und warum sie hier ist, auch nicht. Freundlich grüßt sie jeden, der an ihr vorbeigeht. Bringt in das eine oder andere Zimmer Äpfel „Schauts, was ich da für euch hab“, sagt sie dann fröhlich.

 

Den Namen der alten Dame kennen auch nicht alle Patienten auf der Station, geschweige denn die Besucher. Aber irgendwann ist sie einem geradezu vertraut. Ihr Mann ist vor kurzem verstorben, erfährt man vom Pflegepersonal und sie sei gestürzt. Deshalb hat man sie dann hierher gebracht, nicht wegen der Demenz – denn die zu behandeln ist eigentlich nicht Aufgabe dieser Station. Trotzdem versorgt man sie hier weiter, überbrückt ein wenig die Zeit, bis sie in einem Pflegeheim unterkommen kann.


Das Schicksal der alten Dame macht deutlich: Alt und krank zu sein, ist immer eine Herausforderung – nicht nur für den Patienten selbst, sondern auch für seine unmittelbare Umgebung, für Ärzte und Pflegepersonal. Lösungen wie die für die alte Dame werden wohl immer wieder gefunden werden (müssen) – einfach ist das bestimmt nicht.

 

Achtsam dem Leben begegnen

In Wien gibt es seit Anfang 2017 eine neue Anlaufstelle, die sich der Herausforderung Medizin für Menschen im Alter stellt: Das Franziskus Spital – entstanden durch die Fusion der beiden Traditionshäuser „Hartmannspital“, Wien 5 und dem „Krankenhaus St. Elisabeth“, Wien 3. Achtsam dem Leben begegnen“, ist der Leitgedanke unter dem das Franziskus-Spital Landstraße und das Franziskus-Spital Margareten nun gemeinsam arbeiten.


Wichtige Säulen der Medizin, Therapie und Pflege an beiden Standorten des Franziskus Spitals sind die Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen, sowie Erkrankungen der Atmung, des Verdauungstrakts, Schmerzmedizin sowie ein umfassendes chirurgisches Angebot; außerdem eine Palliativstation – eben „alles, was für Menschen im Alter zur Belastung werden kann“, erklärt Geschäftsführer Markus Zemanek.

 

Gerade im Alter sei es ja so, dass die Patienten viele verschiedene Krankheitsbilder zeigen. „Da braucht es neben fundiertem Wissen, dann auch das Einfühlungsvermögen, den Mensch nicht als eine einzige Diagnose zu sehen, sondern in seiner Gesamtheit“, sagt Zemanek.


Teilweise wurden Abteilungen beider Häuser umgebaut oder zusammengelegt. „Wir sind mit unserem Angebot nun sehr breit aufgestellt – beide Standorte haben ihre Spezialgebiete“, sagt Andreas Achrainer ebenfalls Geschäftsführer des Franziskus-Spitals: „Unser Anspruch ist, zu ergründen, was brauchen unsere Patienten – körperlich, aber auch geistig und seelisch.

 

Das braucht natürlich auch eine extrem enge Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen, den Ärztinnen und Ärzte, dem Pflegepersonal und den Physio- und Ergotherapeuten in den beiden Häusern.“ „Und wir müssen uns immer wieder auch Fragen stellen wie etwa ,Wie nimmt ein Mensch im Alter seine Umwelt war?‘ ,Welche baulichen Maßnahmen können wir setzen, damit auch alte Menschen sich so wohl und sicher wie möglich fühlen?‘“

 

Klarer Auftrag der Orden

Dass das Franziskus Spital dabei auf die jahrhundertelange Erfahrung (das Hartmannspital feierte 2016 sein 150-jähriges Bestehen, das Krankenhaus St. Elisabeth besteht seit 300 Jahren) zurückblicken kann, macht es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einfacher, sagen die beiden Geschäftsführer. „Dieses Kümmern und Personen in ihrem Wesen und ihrem Sein als Ganzes ernst zu nehmen gehört zu uns“, betont Andreas Achrainer.


Für die Zukunft hat das Franziskus Spital noch viel vor: „Unsere Palliativstation wird in einem Jahr mit 16 Betten die größte in Österreich sein. Auch um ein Hospiz bemühen wir uns“, sagt Markus Zemanek. Schließlich gehöre auch dieser Bereich zur Medizin für Menschen im Alter klar dazu. „Menschen auch in dieser Phase des Lebens zu begleiten, ist ja auch klarer Auftrag des Ordens und entspricht nicht zuletzt unserem Leitspruch ,Achtsam dem Leben begegnen.‘“