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27.01.2017

Kardinal Schönborn bei Begräbnismesse für Giovanni Guggi

Österreich-Verantwortlicher des Neokatechumenats beigesetzt. Kardinal Schönborn: "Verkündigung heute dringend notwendig"

 

Der in der Vorwoche verstorbene Verantwortliche des Neokatechumenalen Weges in Österreich, Giovanni Guggi, ist am Donnerstag in der Wiener Pfarre St. Brigitta verabschiedet worden. Kardinal Christoph Schönborn, der die Begräbnismesse leitete, blickte "mit ganz großer Dankbarkeit und Staunen" auf das Leben Guggis. Sichtbar geworden sei darin vor allem die Kraft des Glaubens und die Dringlichkeit der Verkündigung. Schönborn forderte die Christen mit einem Papst-Zitat auf, "nicht am Sofa sitzen zu bleiben". Werde die Ernte nicht eingeholt, so müssten die Menschen hungern, so der Wiener Erzbischof.

 

Guggi hatte den Österreich-Ableger des Neokatchomenalen Weges seit 1979 geleitet. Am Begräbnisgottesdienst für ihn nahm auch der Apostolische Nuntius, Erzbischof Peter Zurbriggen, teil.

 

Der Italiener Giovanni Guggi

Giovanni Guggi stammte aus der italienischen Provinz Padua, studierte Pharmazie und war zunächst Apotheker. 1973 lernte er den Neokatechumenalen Weg kennen, heiratete und entschied sich, sein Leben ganz der Verkündigung zu widmen - "aus Dankbarkeit für die Werke Gottes in seinem Leben", wie es seitens des "Weges" heißt. Von Kiko Argüello und Carmen Hernandez, den Initiatoren der Bewegung, wurde er mit seiner Frau Nadia zunächst in die italienische Region Emilia-Romagna, dann im Jahr 1979 nach Österreich gesendet. Das Ehepaar hatte sechs Kinder und 35 Enkelkinder.

 

Neokatechumenaler Weg

Der "Neokatechumenale Weg" zählt zu den sogenannten Neuen Geistlichen Gemeinschaften in der katholischen Kirche. Die 1964 in Spanien gegründete und 2008 vom Vatikan anerkannte Gemeinschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, getaufte Christen langfristig auf ihrem Glaubensweg zu begleiten und ihr religiöses Leben zu intensivieren. Das versuchen die Mitglieder durch geistliche Übungen sowie durch die Bildung fester Gruppen, die über einen Zeitraum von mindestens 15 Jahren bestehen. Der Name der Gemeinschaft lehnt sich an die Einführung von Taufbewerbern ("Katechumenat") in den christlichen Glauben an.

 

In Österreich entstand die erste Gemeinschaft des Neokatechumenats im Frühjahr 1974 in der Wiener Pfarre Döbling-St. Paul. Heute gibt es österreichweit 45 Gemeinschaften des "Neokatechumenalen Weges" in den Diözesen Wien, Linz, St. Pölten, Graz und Salzburg. Sie feiern Eucharistie in ihrer zumeist von der jeweiligen Pfarrgemeinde getrennten Gruppe. Laien nehmen dabei als Vorsteher eine starke Stellung ein. Mit dem Missionskolleg Redemptoris Mater befindet sich am Wiener Wolfrathplatz auch eines der weltweit mehr als 100 vom "Neokatechumenalen Weg" getragenen Priesterseminare.