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28.01.2017

Kirche im Fokus: seit 70 Jahren

Die katholische Nachrichtenagentur Kathpress ist eine Erfolgsgeschichte. 

 

Würde es die Kathpress nicht geben, hieße unser Papst im deutschsprachigen Raum wahrscheinlich nicht Franziskus, sondern Franz. Denn als Jorge Mario Bergoglio am 13. März 2013 am Petersplatz erstmals als „Papa Francesco“ vor die Gläubigen tritt, ist die Kathpress die deutschsprachige Nachrichtenagentur, die am schnellsten reagiert: „Das war damals eine journalistische Sternstunde für die Kathpress.

 

Wir hatten von 20 Personen, von denen wir dachten, dass sie beim Konklave zum Papst gewählt werden könnten, im Vorfeld Biographien erarbeitet. Und eine dieser Biographien war auch diejenige vom Erzbischof aus Buenos Aires, mit dem zuerst unaussprechlichen Namen Jorge Mario Bergoglio. Und als dann dieser Name tatsächlich fiel, wusste ich, dass wir die Meldung sofort verbreiten können.

 

Ich hörte dann den lateinischen Namen Franciscus, den er sich gegeben hat, und stand vor der Frage, wie wir ihn jetzt nennen sollen? Vom Bauchgefühl her erschien mir der Titel ,Jorge Mario Bergoglio wird Papst Franz‘ als unpassend. Deshalb entschied ich, den lateinischen Namen beizubehalten, also Franziskus“, sagt Paul Wuthe, Chefredakteur und Geschäftsführer der  österreichischen katholischen Presseagentur „ Kathpress“, die in diesen Tagen 70-jähriges Jubiläum feiert.


„Am nächsten Tag kam dann im deutschsprachigen Raum die Diskussion auf, warum unser Papst nicht doch Papst Franz heißen soll. Aber da bis dahin die Medien unserer Kathpress-Meldung mit dem Namen Franziskus gefolgt waren, hat dann der Vatikan offiziell verlautbart, dass er auch auf Deutsch Papst Franziskus heißt“, erklärt Wuthe schmunzelnd.

 

DAS katholische Leitmedium

Am 18.11.1946 erblickte die Kathpress das mediale Licht der Welt, anfangs probeweise unter der Bezeichnung „Katholische Pressezentrale“ und seit 9.2.1947 unter dem bis heute bekannten Namen.


Und der geschilderte Erfolg der allerersten deutschsprachigen Meldung über den Papst ist kein Einzelfall. Denn die Kathpress steht seit ihrer Gründung  für tägliche, umfassende, verlässliche und objektive Berichterstattung über das kirchliche Geschehen im In- und Ausland:  „In aller Demut sehen wir uns als das katholische Leitmedium in Österreich. Das liegt daran, dass wir permanent über die Kirche in ganz Österreich berichten - und weit darüber hinaus.

 

Das hat aber auch mit unserem Selbstverständnis als Agentur zu tun. Denn als Agentur beliefern wir in erster Linie andere Medien. Gerade bei kirchlich brisanten Themen, vor allem wenn sie aus Rom kommen, spüren wir deshalb als Kathpress die Verantwortung, dass unsere Meldungen die mediale Berichterstattung in ganz Österreich prägen. Das erfordert ein sehr hohes Maß an Professionalität, das wir uns über die Jahrzehnte erworben haben“, erklärt Paul Wuthe im Interview mit dem SONNTAG.


Die täglichen Beiträge der Kathpress sind seit 70 Jahren wichtige Grundlage für die Berichterstattung vieler kirchlicher und nichtkirchlicher Medien in Österreich. Dazu zählen Der SONNTAG und alle anderen österreichischen Kirchenzeitungen, alle österreichischen Tageszeitungen, sowie fast alle großen Bundesländer-Tageszeitungen. Auch der Österreichische Rundfunk (ORF) und die Österreichische Presseagentur (APA) gehören zu den Partnern.

 

Nicht nur katholisch, sondern übergreifend

Neben einer starken Verbundenheit zur katholischen Kirche erkennt man bei der Berichterstattung  der Kathpress eine unabhängige journalistische Arbeitsweise und vor allem parteipolitische Unabhängigkeit.

 

Neben der katholischen Kirche stehen auch die anderen christlichen Kirchen, Religionen sowie sozial- und gesellschaftspolitische Entwicklungen im Fokus:  „Man kann durchaus sagen, dass zehn bis 15 Prozent unserer Meldungslage auch die evangelische oder orthodoxe Kirche betrifft. Das sind Berichte über Ereignisse, Termine, oder auch über Pressekonferenzen von Vertretern unterschiedlicher Kirchen.

 

Darüber hinaus organisiert die Kathpress regelmäßig Pressereisen ins Ausland und versucht dabei ganz bewusst, das ökumenische übergreifende Element herauszustreichen“, erklärt Georg Pulling. Er ist stellvertretender Chefredakteur der Kathpress und verantwortlich für die Berichterstattung über die Ökumene, also für das Engagement für die Einheit der christlichen Kirchen.

 

„Die Arbeit der Kathpress ist eine sehr wichtige und nachhaltige. Die Basis sind täglich gut recherchierte und informative Meldungen, deren Fakten zu 100 Prozent stimmen. Einer der wichtigsten Faktoren dabei ist die Geschwindigkeit. Wir müssen die Ereignisse medial so zeitnah wie möglich abbilden. Denn nur dann sind wir die relevant für die Berichterstattung aller Medien über das Thema Kirche“, erklärt Pulling.


Der SONNTAG gratuliert Paul Wuthe, Georg Pulling und dem Team der Kathpress zum 70-jährigen Jubiläum und wünscht weiterhin viel Erfolg und Motivation für die tägliche Berichterstattung.