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24.01.2017
Ocariz ist dritter Nachfolger des Gründers Josemaria Escriva de Balaguer

Spanier Ocariz neuer Leiter des Opus Dei

72-jähriger Auxiliarvikar stand seit dem Tod von Vorgänger Echevarria im Dezember an Spitze der katholischen Personalprälatur.

Das Opus Dei hat einen neuen Leiter: Der Wahlkongress der katholischen Gemeinschaft wählte am Montag, 23. Jänner 2017 in Rom den Spanier Fernando Ocariz Brana zum Nachfolger des im Dezember verstorbenen Spaniers Javier Echevarria.

 

Papst Franziskus habe die Wahl noch am späten Montagabend bestätigt, teilte die Prälatur Dienstagfrüh mit. Der 72-jährige Ocariz, bislang Auxiliarvikar und seit dem Tod Echevarrias Übergangsleiter des Opus Dei, war im Vorfeld als einer der Favoriten für den Posten gehandelt worden. Mitglieder des Wahlkongresses waren aus Österreich der St. Pöltner Bischof Klaus Küng sowie Opus-Dei-Regionalvikar Ludwig Juza.

 

Ocariz ist der dritte Nachfolger des 2002 heiliggesprochenen spanischen Opus-Dei-Gründers Josemaria Escriva de Balaguer (1902-1975). Er wurde am 27. Oktober 1944 als Kind spanischer Eltern in Paris geboren und ist in Madrid aufgewachsen. 1966 schloss er sein Physikstudium in Barcelona ab, wo er sich dem Opus Dei anschloss und begann anschließend sein Theologiestudium an der Päpstlichen Lateranuniversität. Ocariz promovierte 1971 an der Universität von Navarra. Im selben Jahr wurde er auch zum Priester geweiht.

 

Er gehört zu den Mitbegründern der Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz (Santa Croce) und war bereits in verschiedenen Beratungsfunktionen für die Römische Kurie tätig, darunter seit 1986 als theologischer Berater (Konsultor) der Glaubenskongregation. 1994 wurde er zum Generalvikar und am 12. Dezember 2014 zum Auxiliarvikar der Prälatur Opus Dei ernannt.

 

Kardinal Schönborn schätzt "besonnene und ausgeglichene Art"

Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn zeigte sich in einer ersten Reaktion erfreut über die Wahl von Ocariz und übermittelte dem frisch gewählten Prälaten "alles Gute zu seiner neuen Aufgabe und Gottes Segen": "Ich kenne Fernando Ocariz persönlich aus unserer gemeinsamen Arbeit in der Glaubenskongregation und am Katechismus. Er ist ein klarer und differenzierter Denker, der sich für den Dialog einsetzt. Zugleich ist er ein Hirte, der die Einheit mit dem Papst und der Lehre fördert und sein ganzes Herz in die Pastoral legt. Ich schätze ihn für seine besonnene, freundliche und ausgeglichene Art", wurde Kardinal Schönborn in einer Aussendung des Österreich-Zweigs von Opus Dei zitiert.

 

Bischof Küng über Wahl hocherfreut

Der St. Pöltner Bischof Klaus Küng, der selbst an der Wahl teilgenommen hatte, zeigte sich in einer ersten Reaktion hocherfreut über den neuen Prälaten. Er kenne Ocariz seit vielen Jahren und habe teilweise gemeinsam mit ihm studiert. "Er ist hochintelligent und ein  klarer Kopf, sehr ausgewogen im Urteil, zugleich bescheiden und angenehm im Umgang, aber auch erfahren und besonnen in den Fragen der Leitung", sagte Küng gegenüber "Kathpress".

 

Personalprälatur in der katholischen Kirche

Opus Dei (Werk Gottes) ist seit 1982 eine sogenannte Personalprälatur in der katholischen Kirche. Geleitet wird es von einem sogenannten Prälaten. Damit ist die Gemeinschaft hierarchisch ähnlich organisiert wie eine Diözese, jedoch nicht an ein bestimmtes Territorium gebunden. Der Prälat hat die Rolle eines Bischofs. Das Amt ist Priestern vorbehalten, die mindestens 40 Jahre alt sind und selbst dem Wahlkongress angehören. Sie müssen zudem seit mindestens zehn Jahren Mitglied des Opus Dei sein, davon mindestens fünf als Priester.

 

Dem Opus Dei gehören nach eigenen Angaben weltweit rund 92.600 Mitglieder an. 98 Prozent sind Laien, zwei Prozent Priester Es gibt mehr Frauen (57 Prozent) als Männer (43 Prozent). 70 Prozent der Mitglieder sind verheiratet, 30 Prozent leben als zölibatäre Laien. Mit dem Opus Dei eng verbunden ist die "Priestergesellschaft vom Heiligen Kreuz", der rund 1.900 Priester angehören. Das Opus Dei ist in 67 Ländern tätig.

 

In Österreich hat das Opus Dei seine Tätigkeit im Jahr 1957 begonnen. Kardinal Franz König hat als Erzbischof von Wien den Priestern des Opus Dei die Seelsorge an der Wiener Peterskirche übertragen. Derzeit untersteht dem Regionalvikar für Österreich auch die pastorale Arbeit des Werkes in Ungarn und Rumänien. Das Opus Dei hat in der Region Österreich rund 400 Mitglieder, darunter 20 Priester. In Wien, Niederösterreich, Linz, Graz, Salzburg, Innsbruck und Dornbirn sowie Budapest und Bukarest betreut die Prälatur Bildungseinrichtungen für Berufstätige, Jugendliche und Familien.