Gott hat mich auf dem Weg bis hierher nach Österreich begleitet. Hier konnte ich das erste Mal in eine Kirche gehen, hier bin ich Christin geworden und jetzt diene ich Gott. Das ist wunderbar, das ist ein sehr schöner Weg“, erzählt Jasmin (Name von der Redaktion geändert) strahlend bei unserem Gespräch.
Die gebürtige Iranerin wuchs auf, ohne von Bibel, Kirche oder Christentum erzählt bekommen zu haben. Erst als junge Erwachsene kam sie das erste Mal mit anderen Glaubensgemeinschaften in Kontakt. Eine Kirche konnte Jasmin im Iran aber nie besuchen. „Die Polizei macht regelmäßig Razzien in den Kirchen und alle Menschen, die keine Christen sind und in der Kirche angetroffen werden, werden verhaftet. Christen haben im Iran immer Probleme“, berichtet sie.
„Ich wollte nie ins Ausland. Ich habe von der Früh bis zehn am Abend unterrichtet und am Wochenende in einem Chor gesungen. Ich war sehr beschäftigt und wollte auch nie weg von meiner Familie.“ Trotzdem ließ sie sich gegen den Willen ihrer Familie von einem Freund überreden, nach Europa zu gehen, um hier weiter zu studieren. Es sei nicht einfach gewesen, aber es kamen immer Menschen, die ihr geholfen haben, diesen Weg zu gehen.
„Dann war ich in Österreich und hörte zum ersten Mal, dass es eine persische Gemeinde gibt. Ich wusste das gar nicht“, so Jasmin. Sie war aber auch neugierig, schließlich hatte sie noch nie eine Kirche betreten und hatte keine Ahnung, was dort passiert. „Ich wusste nicht, was dieses Christentum wirklich ist. Aber als ich hier in einer Kirche war, habe ich es ganz tief gespürt. Ich habe danach viel gelesen und gelernt. Ich gehe jeden Tag mit Gott, bin in Verbindung mit ihm. Ohne Gott geht es nicht mehr.“
Sie sprach mit dem Pfarrer. „Ich habe gesagt, ich will diese Bibelkurse, die Alphakurse machen, damit ich das Christentum besser kennenlernen kann.“ Die Bibel ist Jasmin sehr wichtig. „Jedes Mal, wenn ich die Bibel lese, finde ich etwas anderes, das mich bewegt. Es geht immer tiefer und tiefer. Es braucht Zeit und Übung, die Bibel zu verstehen. Ich übe jeden Tag.“
In Jasmin festigte sich der Wunsch hierzubleiben und als Musikerin in der Kirche zu dienen: „Ich will dienen, Menschen helfen, zum Glauben zu finden. Das liebe ich“, sagt sie. Viel Geld für ihre Arbeit bekommt sie nicht, aber das stört sie nicht. „Wenn ich in der Kirche singen kann, ist es wie ein Spiegel. Gott hat uns seine Liebe geschenkt und wir reflektieren das zurück. Wenn ich singe, habe ich das Gefühl der Liebe, die Gott mir gibt, das gebe ich voller Dank zurück. Ich preise mit ganzem Herzen. Wenn ich singe, ist es wie ein Gebet.“
Jasmin ist überzeugt, dass Gott sie auf ihrem Weg nach Österreich geführt hat. „Alles, was mir passiert ist, wollte ich zuerst nicht. Ich wollte nicht nach Österreich kommen, ich wollte nicht zur Kirche gehen. Es ist alles passiert, es war ein Weg, der genau für mich gemacht war.“