Ein Gleichklang verbindet den Papst aus Argentinien und den deutschen Kardinal. Für beide ist „Barmherzigkeit“ der Schlüsselbegriff ihres Gottes- und Kirchenbildes.
In einem Interview mit dem italienischen Vatikan-Experten Raffaele Luise zeichnet Kardinal Kasper seinen Weg mit Papst Franziskus nach: „Walter Kardinal Kasper. Das Feuer des Evangeliums. Mein Weg mit Papst Franziskus“ (Patmos-Verlag).
Papst Franziskus hat wahrscheinlich mehr inner- als außerkirchliche Gegner. Dabei will er nur die seit Jahrhunderten angehäufte Asche beseitigen, um das Feuer des Evangeliums wieder neu auflodern zu lassen.
Das anregende Interview-Buch behandelt die wichtigsten Punkte im Pontifikat von Papst Franziskus:
Besonders beherzigenswert: das Gespräch über das Leben aus verantworteter Freiheit („Amoris laetitia“) und über den neuen Stil des Papstes, der nicht Räume besetzt, sondern Prozesse anstößt.
„Liebe heißt, sich zu berühren“, das ist für Kasper einer der schönsten Sätze des Papstes. „Papst Franziskus kann man nur von der ignatianischen Spiritualität her verstehen“, ist Kasper überzeugt.
Und dabei bleibt der Papst ein Mensch mit italienischen Wurzeln. Wie sehnt sich Franziskus doch danach, einfach mal abends ausgehen und eine Pizza essen zu dürfen.