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11.12.2016
Angelusgebet am 11. Dezember 2016

Angelus: Papst: Wer sich nicht freut, ist kein Christ

Angelus-Gebet am "Gaudete"-Sonntag auf dem Petersplatz

Papst Franziskus hat dazu aufgerufen, die Adventszeit freudiger zu begehen. Wer sich nicht freue, sei kein Christ, sagte er am Sonntag in seiner Ansprache zum traditionellen Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. Hierbei gehe es nicht um eine "oberflächliche oder rein emotionale Freude und auch nicht um eine weltliche oder eine des Konsumrauschs", erklärte Franziskus. Wiederentdeckt werden müsse eine tiefergehende Freude, "die das Innerste unseres Seins berührt". Dies sei die Freude auf Jesus Christus, der auf die Welt gekommen sei, um der Welt das Heil zu bringen, so der Papst. Sie gründe auf der Überzeugung, dass Gott in die Geschichte eingetreten sei, um die Menschen aus der Sklaverei der Sünde zu befreien und ein neues Leben zu schenken. Der dritte Adventssonntag trägt im liturgischen Kalender der katholischen Kirche den lateinischen Titel "Gaudete" (Freuet euch).
 

Blick auf Kairo und Aleppo

Zum Abschluss des Angelus-Gebets bekundete der Papst Trauer über den Anschlag in Kairo nahe der koptischen Markus-Kathedrale, und er rief einmal mehr hat zu einem Waffenstillstand in Aleppo und im übrigen Syrien auf. "Ich appelliere an das Pflichtbewusstsein aller, eine Entscheidung zugunsten der Zivilisiertheit zu treffen", sagte er auf dem Petersplatz. Dies bedeute, "nein" zu Zerstörung zu sagen, und "'ja' zum Frieden, ja zu den Menschen in Aleppo und Syrien", so der Papst. Zugleich ermahnte er dazu, das Leiden der Familien, Kinder, Alten und Kranken in Aleppo nicht zu vergessen. Er selbst bete jeden Tag für die Menschen in der umkämpften Stadt.

Leider habe man sich bereits an Krieg und Zerstörung in Syrien gewöhnt, sagte er weiter. Darüber dürfe jedoch nicht vergessen werden, dass Syrien ein Land voll von Geschichte, Glauben und Kultur sei. "Wir können nicht hinnehmen, das dies durch den Krieg, der eine Anhäufung von Machtmissbrauch und Falschheit ist, verneint wird".
 

17 neue Selige in Laos

Franziskus würdigte am Sonntag auch jene 17 Märtyrer, die am gleichen Tag in Laos seliggesprochen worden sind. Die neuen Seligen seien Ermutigung und Vorbild für alle Missionare und Katecheten.

In Vientiane, der Hauptstadt des kommunistisch regierten Landes, wurden 17 katholische Missionare seliggesprochen - elf Franzosen, fünf Einheimische, ein Italiener. Zwischen 1954 und 1969 wurden sie von kommunistischen Widerstandskämpfern der Pathet Lao umgebracht. Dass die Seligsprechung in dem kommunistischen Staat mit buddhistischer Bevölkerungsmehrheit stattfindet, werten Beobachter als "historisch".

Der katholischen Minderheit in Laos gehören rund 45.000 Gläubige an. Die Seligsprechung ist eine Vorstufe zur Heiligsprechung. Selige dürfen im Unterschied zu Heiligen nur regional verehrt werden.