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01.12.2016
Österreichische Firmgruppen engagieren sich für Regenwald und Indios

Indio-Rechte: Lobbying von EU-Parlament und heimischen Bischöfen

Die Dreikönigsaktion und die Katholische Jugend Österreich (KJÖ) starten mit dem Projekt "Just One World" eine Solidaritätsaktion für die Indigenen.

 

Die jüngste Erklärung der Österreichischen Bischofskonferenz zum Schutz der indigenen Völker in Brasilien sowie weiterführende Bemühungen kirchlicher Stellen zeitigen Wirkung: Vor wenigen Tagen verabschiedete das Europäische Parlament eine Resolution zur Situation der Guarani-Kaiowa im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Das EU-Parlament verurteilte darin die Gewalt gegen diese indigene Gruppe und forderte die brasilianische Regierung auf, die gesetzlichen Ansprüche der Guarini-Kaiowa auf ihr traditionelles Land umzusetzen.

 

Laut Heinz Hödl, Geschäftsführer der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz (KOO) sei damit ein wichtiges Zeichen gesetzt worden, das die politisch Verantwortlichen in Brasilien nicht einfach übergehen könnten. Im Zusammenspiel von Bischofskonferenz, KOO, Dreikönigsaktion und EU-Parlamentariern sei nun eine Grundlage geschaffen, auf der nun weiter für die indigenen Völker Brasiliens gearbeitet werden müsse, so Hödl. Die Resolution sei vor allem auch eine Unterstützung für den Indigenen-Missionsrat (Conselho Indigenista Missionario/CIMI) der Brasilianischen Bischofskonferenz, dem früher viele Jahre lang Bischof Erwin Kräutler vorgestanden war.

 

"Landgrabbing" bedroht indigenes Volk

Das Volk der Guarini-Kaiowa, das schon seit dem 19. Jahrhundert Gewalt und Vertreibung ausgesetzt ist, kämpft seit über 40 Jahren um eine Wiedergewinnung seines Landes, wie die Dreikönigsaktion berichtet, die sich mit Projektpartnern vor Ort für dieses Volk einsetzt. Seitdem große Soja- und Zuckerrohrplantagen auf dem Vormarsch sind, nehme die Bedrohung durch das "Landgrabbing" immer mehr zu, sodass die Kaiowa ihr seit 2011 bestehendes Recht zur Abgrenzung (Demarkation) ihrer Gebiete de facto nicht mehr umsetzen könnten. Ohne Zugang zu ihrem Land führten viele Guairni-Kaiowa ein Leben in Armut, ohne ausreichender Ernährung und Gesundheitsversorgung, mit fehlender Bildung und ohne Zukunftschancen für die Jugend, so die Dreikönigsaktion.

 

Die österreichischen Bischöfe hatten in einer Erklärung Anfang November die Bundesregierung und die europäischen Institutionen aufgerufen, alle zur Verfügung stehenden diplomatischen und politischen Mittel zu nutzen, um die indigenen Völker Brasiliens und deren Rechte zu schützen. Besonders die von Landraub durch Konzerne bedrohten Ureinwohner Brasiliens bräuchten internationalen Beistand gegen rücksichtslose Gewalt, erklärten die Kirchenvertreter am Ende ihrer Herbstversammlung in Eisenstadt. Um Gewalt und Vertreibung der indigenen Völker zu verhindern, möge Brasiliens Regierung die Demarkation wieder aufnehmen, so der Wunsch der Bischöfe. Österreichs Politik sowie auch das Europäische Parlament sollten sich dafür aktiv einsetzen, auch unter Zuhilfenahme der internationalen Menschenrechtsinstrumente der UNO.

 

Das Europäische Parlament schloss sich nun diesen Forderungen an brachte weiters auch ernste Bedenken gegen geplante Verfassungsänderungen in Brasilien zum Ausdruck, mit denen die Rechte der Indigenen weiter beschnitten werden würden.

 

Das Europäische Parlament wies die brasilianischen Staatsorgane in der Resolution auch auf ihre Pflicht hin, die internationalen Menschenrechtsnormen in Bezug auf indigene Völker einzuhalten, wie es in der brasilianischen Bundesverfassung festgehalten ist.

 

"Just One World"

Die Dreikönigsaktion und die Katholische Jugend Österreich (KJÖ) starten mit dem Projekt "Just One World" eine Solidaritätsaktion für die Indigenen. Sie laden alle Firmlinge in Österreich dazu ein, ihre jugendliche Energie für den Schutz des Regenwaldes und für die Unterstützung der Indios in Brasilien einzusetzen. Firmstunden-Modelle zu den Themen "Bedrohung des Regenwaldes - Klimawandel - Rechte der Indios" sowie Infos zum Partnerprojekten der Dreikönigsaktion in Brasilien gibt es auf der Website "www.justoneworld.at". Eingeladen werden die Firmlinge aber auch dazu, mit einer eigenen Aktion die Indios in Brasilien tatkräftig zu unterstützen und für das Partnerprojekt Spenden zu sammeln. Auch dazu finden sich Projektvorschläge auf der Website.

 

KJ-Vorsitzende Vera Hofbauer: "Die Vorbereitung auf die Firmung bedeutet ja auch, den eigenen Horizont zu erweitern und sich als Persönlichkeit weiter zu entwickeln. Eine Dimension davon ist das Bewusstsein, mit anderen Menschen nah und fern solidarisch verbunden zu sein."