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10.11.2016
Papst feiert Messe mit Obdachlosen

Rom-Pilgerreise soll "Obdachlose ins Bewusstsein rücken"

Einladung soll zeigen, dass Wohnungslose "Platz im Herzen der Kirche und im Herzen Gottes" haben.

Mit einer Pilgerreise von 11. bis 13. November 2016 nach Rom sollen "obdachlose Menschen ins Bewusstsein rücken": Das erhofft sich Caritas-Bischof Benno Elbs von der Wallfahrt, zu der Papst Franziskus rund 6.000 Pilgerinnen und Pilger in prekären Lebensumständen - darunter 110 aus Österreich - zum Abschluss des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit eingeladen hat. "Obdach- und wohnungslose Menschen gehören zum verletzlichsten Teil der Gesellschaft, oft werden sie als Ausgestoßene behandelt", erklärte der Feldkircher Bischof in einer Caritas-Aussendung am Donnerstag, 10. November 2016. Die Einladung an sie solle ihnen und auch der Gesellschaft zeigen, "dass ihr Platz im Herzen der Kirche und im Herzen Gottes ist".

Ablehnung und Unverständnis sind nach den Worten von Bischof Elbs "noch schlimmer als Kälte und Hunger". Es sei die "vornehmste Aufgabe der Christen, der Kirche und der Caritas, Wunden zu heilen und die Herzen der Menschen zu wärmen, sie aufzurichten und Menschen vom Rand in die Mitte zu holen". Den Armen, Ausgegrenzten und Trauernden gelte die besondere Nähe Gottes.

Von Freitag bis Sonntag veranstaltet die französische Vereinigung "Fratello" die internationale Obdachlosen-Wallfahrt nach Rom. Höhepunkte dabei sind eine Audienz mit Papst Franziskus und ein Gottesdienst im Petersdom. Die Wallfahrt soll obdachlosen Menschen und deren Begleitern aus ganz Europa die Gelegenheit bieten, einander kennenzulernen und sich auszutauschen.

Unter den 110 Teilnehmern aus Österreich sind neben Menschen aus Caritas-Einrichtungen auch größere Gruppen von der Franziskaner-Suppenküche Wien, den Vinzibett-/Vinzirast-Häusern Wien, der Vinzenzgemeinschaft Graz sowie den Wiener "Supertramps". Aus Deutschland sollen rund 600 Wohnungslose und Bedürftige anreisen, insgesamt sind 22 europäische Länder vertreten.

Am Samstagabend dirigiert Star-Komponist Ennio Morricone in der vatikanischen Audienzhalle ein Benefizkonzert unter dem Titel "Mit den Armen und für die Armen". Anschließend sollen die geladenen Obdachlosen ein Abendessen und ein kleines Geschenk erhalten. Spenden sollen für den Bau einer Kathedrale in Uganda und einer Landwirtschaftsschule in Burkina Faso verwendet werden.

 

Dem Papst ein besonderes Anliegen

Franziskus setzt sich immer wieder für Obdachlose ein. 2015 hatte er in einem Bau an den Kolonnaden des Petersplatzes, gleich unterhalb des Apostolischen Palastes, Duschkabinen für Wohnungslose einbauen lassen. Zudem ließ er eine Sozialstation mit Schlafstätten in der Nähe des Vatikan einrichten. Im Sommer 2016 organisierte der päpstliche Almosenverwalter Erzbischof Konrad Krajewski für Obdachlose aus der Nähe des Petersdoms Ausflüge ans Meer mit Pizzaessen auf Kosten des Vatikan. Auch dieses Jahr soll wieder ein Teil der Erlöse der päpstlichen Weihnachtslotterie Obdachlosen zugutekommen.

Auch in Österreich sind hunderte Menschen obdachlos oder wohnungslos und leben auf der Straße. Laut Bischof Elbs kümmert sich die Caritas mit 30 Einrichtungen gezielt um diese Klientel, aber auch andere Sozialeinrichtungen der katholischen Kirche wie die Kaplan-Bonetti-Sozialwerke, Kolpinghäuser sowie Pfarren und private Initiativen. "Sie setzen damit ein Signal, dass gerade auch Menschen wie sie unsere Achtung und Zuwendung verdienen."