Die Caritas plädiert dafür, die im neuen Finanzausgleich vereinbarten zusätzlichen Mittel für den Gesundheits- und Pflegebereich vor allem in den flächendeckenden Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung, die Unterstützung pflegender Angehöriger und in Angebote für demenzerkrankte Menschen zu investieren. Österreichweit sei die Hospiz- und Palliativversorgung derzeit nur knapp zur Hälfte gedeckt, erinnerte Caritas-Präsident Michael Landau am Montag. "Wichtig ist jetzt, dass diese zusätzlichen Mittel so eingesetzt werden, dass die Hospiz- und Palliativversorgung - ob Zuhause, im Spital oder im Pflegewohnhaus - für alle Menschen in Österreich erreichbar, zugänglich und leistbar ist", so Landau in einer Aussendung.
Aus den am Montagvormittag, 7. November 2016, abgeschlossenen Verhandlungen um den neuen Finanzausgleich waren zuvor bereits erste Eckpunkte zur künftigen Verteilung von Steuermitteln zwischen Bund, Ländern und Gemeinden bekannt geworden. Laut Medienberichten dürfen etwa die Gesundheitsausgaben künftig jährlich um 3,2 Prozent steigen, jene für den Pflegebereich um 4,6 Prozent. Außerdem soll der Pflegefonds, aus dem allen Ländern gemeinsam derzeit pro Jahr 350 Millionen zur Verfügung stehen, ab dem Jahr 2018 um jährlich 4,5 Prozent valorisiert werden.
Caritas-Chef Landau lobte die Entscheidung über zusätzliche Mittel für diese Bereiche als "zukunftsweisend". Gleichzeitig rief er dazu auf, die Ergebnisse der parlamentarischen Enquete-Kommission "Würde am Ende des Lebens" mit ihren 51 Empfehlungen zur Hospiz- und Palliativversorgung nun schrittweise in die Tat umzusetzen. Noch immer hänge es maßgeblich von Spenden ab, ob Betroffene jene Versorgung erhalten, die sie brauchen. Hospiz- und Palliativversorgung müsse jedoch "so selbstverständlich sein wie die reguläre medizinische und pflegerische Versorgung", unterstrich Landau. Mit dem aktuellen Finanzausgleich hoffe er auf eine gesicherte Finanzierung dieser Angebote.
Die zusätzlichen Mittel im Pflegebereich müssten vor allem pflegenden Angehörigen zukommen, appellierte die Caritas. Diese bräuchten dringend Unterstützung und Entlastung. Ein weiteren Schwerpunkt sieht man in der Entwicklung von innovativen Angeboten für demenzerkrankte Menschen. "Kaum eine Erkrankung ist für die Angehörigen so belastend wie eine Demenz. Gerade hier dürfen wir die erkrankten Menschen und auch ihre Familien nicht im Stich lassen", so Präsident Landau.
Einen guten Schritt sieht die Caritas im Fortbestehen und der höheren Dotierung des Pflegefonds. Man habe sich jedoch eine Stärkung des Pflegefonds in Richtung eines Steuerungsinstrumentes gewünscht. "Wir brauchen in Österreich bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen für die Nutzung von Pflegediensten, egal ob mobil, stationär oder teilstationär", so Landau.