Im Wiener Stephansdom hat der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics am Sonntag, 6. November 2016 ein großes dreisprachiges Pontifikalamt mit hohen Vertretern der Burgenländischen Landesregierung - u.a. Landeshauptmann Hans Niessl -, der Bundes- und Landespolitik sowie der burgenländischen Gemeinschaft in Wien gefeiert. Zsifkovics nahm in seiner Ansprache Bezug auf das Eisenstädter Jubiläumsjahr "1.700 Jahre Heiliger Martin", das in einer Woche zu Ende geht. Martin von Tours (316-397) ist Landespatron des Burgenlandes. Im Festjahr standen in der Diözese Eisenstadt zahlreiche Aktivitäten auf dem Programm.
Bischof Zsifkovics erinnerte in seiner Ansprache an die Eröffnung des diözesanen Martins-Jubiläumsjahres am 11. November 2015 mit der Kurzbotschaft: "Die Welt braucht mehr Martinus". Was das bedeute, habe man anhand dreier fundamentaler Wegmarken des christlichen Unterwegsseins durchbuchstabiert, nämlich "Spiritualität, Solidarität und Barmherzigkeit", sagte der Bischof: "Und diese Botschaft braucht der moderne Mensch mehr denn je".
Er erinnerte, dass die Heiligen der Christenheit in anschaulicher Weise "etwas vom Evangelium in ihrem Leben verwirklicht haben". Sie hätten "besonders den Schwachen und Armen gedient" und ihr Herz auf Gott gerichtet.
Landeshauptmann Niessl dankte nach der Messe in einer Ansprache im Stephansdom dem Diözesanbischof der ganzen Diözese Eisenstadt für das gute Miteinander von Kirche und Politik im Land. Das zeige sich insbesondere in den Aufgabenbereichen Integration und Soziales. "Es hat immer wieder gute Gespräche und gute Ergebnisse gegeben", so der Landeshauptmann.
Im Blick auf den Heiligen Martin verglich Niessl dessen Mantel-Teilen mit einem Bettler mit der Hilfsbereitschaft der Burgenländer während der Ungarn-Flüchtlingswelle 1956, der DDR-Flüchtlingswelle 1989 und der Nahost-Flüchtlingswelle 2015, als 300.000 Menschen die Grenze bei Nickelsdorf überquert hatten. "Es ist ein junges Bundesland, aber seine Menschen konnten schon mehrere Male die charakteristischen Eigenschaften des Heiligen Martin in der Praxis üben", so Niessl.