Zum Abschluss seiner zweitägigen Schweden-Reise hatte Papst Franziskus in Malmö mit Angehörigen der katholischen Minderheit das Hochfest Allerheiligen am Mittwoch, 1. November 2016 gefeiert.
Bei diesem Fest gehe es nicht nur um die offiziellen Heiligen, sondern auch um ganz normale Menschen, die ihr Christentum "mitten in einem einfachen und verborgenen Dasein gelebt haben", sagte er in einem Gottesdienst im Swedbank-Stadion. Ihre Heiligkeit äußere sich nicht unbedingt in "großen Werken" und "außerordentlichen Erfolgen". Sie lebten vielmehr Tag für Tag eine Heiligkeit, die aus Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen bestehe. "Sicher sind unter ihnen viele unserer Angehörigen, Freunde und Bekannten," so der Papst.
Heilige erreichten Veränderungen durch die Sanftmut ihres Herzens, sagte Franziskus in seiner Predigt. Mit ihrem Leben und ihrer Fürsprache vor Gott seien sie ein Ansporn zur Heiligkeit. Sie zeichne aus, dass sie "wirklich glücklich" seien. Sie hätten das Geheimnis echten Glücks entdeckt, "das auf dem Grund der Seele wohnt und dessen Quelle die Gottesliebe ist". Darum würden sie seliggepriesen.
Der Papst würdigte ausdrücklich die schwedischen Heiligen Birgitta (1303-1373) und Maria Elisabeth Hesselblad (1870-1957) für ihre Verdienste umd die Einheit der Christen. Sie hätten dafür gebetet und gearbeitet, "Bande der Einheit und Gemeinschaft unter den Christen zu knüpfen", so Franziskus.
Nach offiziellen Angaben kamen rund 15.000 Gläubige in das Stadion. Sie empfingen den Papst mit Jubel und "Papa Francesco"-Rufen. Nach vatikanischen Angaben sind 113.000 der rund 10 Millionen Einwohner Schwedens katholisch. Etwa die Hälfte von ihnen sind Einwanderer aus mehr als 80 Nationen.
Zweitägige Schwedenreise
Der zweistündige Gottesdienst in dem Fußballstadion bildete den Abschluss der Papstreise zum ökumenischen Gedenken an den Beginn der Reformation vor 500 Jahren. Dabei hatten der Papst und führende Lutheraner am Montag in Lund mehr Anstrengungen für eine Überwindung der Differenzen gefordert und eine Gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Darin fordern sie einen vertieften Dialog über Wege zu einem gemeinsamen Abendmahl. Nach dem Gottesdienst reist der Papst am Mittag zurück nach Rom.
Am Feiertag Allerseelen, 2. November, feiert der Papst die traditionelle Messe für die Verstorbenen auf einem römischen Friedhof. In dieses Jahr fährt Franziskus dazu nicht wie gewohnt auf den Zentralfriedhof (Campo Verano), sondern auf den Friedhof Prima Porta.
Am Freitag, 4. November, gedenkt der Papst der Kardinäle und Bischöfe, die im vergangenen Jahr verstorben sind. Diese Messe findet wie gewohnt im Petersdom statt.