Am 5. November 2016 werden im albanischen Shkoder 38 Katholiken seliggesprochen. Der Präfekt der römischen Kongregation für die Heiligsprechungsverfahren, Kardinal Angelo Amato, wird die Zeremonie im Auftrag von Papst Franziskus leiten. Bei den künftigen Seligen handelt es sich um Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien, die zwischen 1945 und 1974 vom damaligen kommunistischen Regime Albaniens aufgrund ihres Glaubens getötet wurden. Sie stehen stellvertretend für alle Betroffenen. Unter ihnen sind auch zwei Priester mit Bezug zu Österreich.
Einer der neuen Seligen ist der Maristenpater Pater Alfons Tracky (1896-1946) , der in Albanien als Priester wirkte und von der kommunistischen Regierung verfolgt und umgebracht wurde. Aus dem oberschlesischen Bleischwitz (Bliszczycach) stammend, trat er 1911 in Wien in die Kongregation der Maristen-Schulbrüder ein, deren Wirken sich besonders auf die nur wenig alphabetisierten Länder fokussierte.
Schon vor dem Ersten Weltkrieg reiste Tracky durch Albanien und Montenegro. Im Ersten Weltkrieg wurde er eingezogen, danach schloss er 1920 das Theologiestudium in Bosnien ab. 1925 wurde er in Shkodre zum Priester geweiht und begann seine Tätigkeit als Missionar in Nordalbanien. Er unterrichtete an Schulen und organisierte neue Sportvereine. Während des Zweiten Weltkriegs war er wegen seiner Sprachkenntnisse für den Kontakt mit der Wehrmacht beauftragt. Nach 1944 wurde er von den Kommunisten verfolgt und am 19. Juli 1946 hingerichtet.
Das gleiche Schicksal ereilte im gleichen Jahr den Kölner Steyler Ordenspriester Pater Antonius Joseph Marxen (1906-1946), der in St. Gabriel bei Wien sein Theologiestudium absolviert hatte. Er wurde 1936 in München zum Priester geweiht und ging dann statt wie beabsichtigt nach Russland als erster Missionar ins Gebiet um Kthella in der Diözese Mirdite, wo eines seiner Pfarrkinder der spätere Dikatator Enver Hoxha war. Auch der in Albanien als "Dom Zef" bekannte Geistliche wurde in kommunistischer Zeit verhaftet, ins Gefängnis nach Tirana gebracht und am 16. November 1946 in einem Wald nahe der Grenze zum Kosovo erschossen.
Als einzige Frau wird die Ordenspostulantin Maria Tuci (1928-1950) seliggesprochen. Der ranghöchste unter den künftigen Seligen ist der Erzbischof von Shkoder, Vincenc Kole Prennushi (1885-1949). Daher trägt die Gruppenseligsprechung auf dem Vorplatz der Kathedrale von Shkoder, unter deren Konzelebranten auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sein wird, die Bezeichnung "Seligsprechung von Erzbischof Prennushi und Gefährten".
Die Albanische Bischofskonferenz hatte das Verfahren 2002 eröffnet. 2011 wurden die Akten an die zuständige Vatikanische Kongregation zur endgültigen Beurteilung weitergeleitet. Am 26. April erkannte Papst Franziskus das Martyrium der 38 Katholiken an.