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29.10.2016
Österreichische Projekte in Afrika

Außenminister Kurz besucht kirchliche Entwicklungshilfe-Projekte

Dreikönigsaktion und "HORIZONT3000" unterstützen Sozialprojekte für Jugendliche in den Slums von Nairobi.

Außenminister Sebastian Kurz hat in der kenianischen Hauptstadt Nairobi kirchliche Entwicklungshilfeprojekte besucht. In den Slums der Millionenmetropole informierte er sich über die Arbeit des Mathare Children Fund Panairobi (MCF), ein Kooperationspartner der Dreikönigsaktion und von "HORIZONT3000". Es gebe zwar im Mathare-Slum viele Organisationen, die sich um die Schulbildung von Kindern annehmen, doch kaum Initiativen, die den Jugendlichen nach der Schule Zukunftsorientierung und Einkommensmöglichkeiten bieten würden. Genau hier würden MCFpanairobi, Dreikönigsaktion und "HORIZONT3000" ansetzen - durch Sozialarbeit und innovative einkommensschaffende Projekte, wie es in einer Aussendung der Organisationen am Freitag, 28. Oktober 2016 hieß.

So fördert die Dreikönigsaktion beispielsweise den Aufbau von Produktion und Vertrieb von wiederverwendbaren Damenbinden. Durch dieses Projekt erhalten minderjährige Mütter aus den Armensiedlungen eine Ausbildung und Arbeit. Zugleich handelt es sich um ein Produkt, das einen dringenden Bedarf in den Siedlungsgebieten aufgreift. Denn die wenigsten Familien in den Armenvierteln können sich Einwegbinden leisten. "HORIZONT3000" unterstützt in anderen Projekten die Social Business-Initiativen von MCFpanairobi durch eine Wirtschafts-Beraterin.

"Die Gespräche im Mathare-Slum hätten Minister Kurz ein anderes Gesicht Nairobis vor Augen geführt", so Dreikönigsaktion-Geschäftsführer Jakob Wieser. Kenia habe ein hohes Wirtschaftswachstum, doch dieses gehe an den Armen vorbei. Wieser: "Die Unterschiede zwischen Arm und Reich sind gewaltig und wachsen weiter." Die kirchlichen Hilfsorganisationen würden Erfolgsmodelle in den Slums von Nairobi unterstützen, hielt "HORIZONT3000"-Geschäftsführer Erwin Eder fest. Doch es brauche dringend mehr Geld für unmittelbare und langfristige Armutsbekämpfung, um diese Erfolgsmodelle ausbauen zu können.

 

Österreichisches Lehrlingsmodell in Afrika

Außenminister Sebastian Kurz leitete dieser Tage gemeinsam mit Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl eine österreichische Wirtschaftsdelegation auf Afrika-Besuch. Dabei wurde in Johannesburg (Südafrika) eine neue Partnerschaft vorgestellt, die von der Hilfsorganisation "Jugend Eine Welt" initiiert wurde: Künftig soll es zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen der Österreichischen Wirtschaftskammer, dem südafrikanischen Salesianischen Institut für Jugendprojekte (SIYP) und der "Don Bosco Service GmbH" kommen, wie das Hilfswerk mitteilte.

Das SIYP koordiniert zahlreiche Bildungszentren in Südafrika, in denen jährlich rund 15.000 benachteiligte Jugendliche in verschiedenen Fachgebieten ausgebildet werden. Der Übergang der jungen Menschen ins Berufsleben werde sorgfältig begleitet - mehr als 75 Prozent würden nach Abschluss ihrer Ausbildung einen Job finden, hieß es in einer Aussendung von "Jugend Eine Welt".

"Wir haben jetzt die historische Chance, Wirtschaftsinteressen und dringendste Hilfe für Südafrikas gefährdete Jugend zu verbinden, indem wir das bewährte österreichische duale Lehrlingsmodell in Don-Bosco-Zentren einführen und so die Basis für tausende qualifizierte Arbeitsplätze legen", so Brigitte Sachs-Schaffer von "Jugend Eine Welt", die die österreichische Wirtschaftsdelegation begleitete.

 

Berufsbildungsnetzwerk in Afrika

In insgesamt 37 afrikanischen Ländern ist derzeit der Aufbau des Don Bosco-Berufsbildungsnetzwerkes "Bosco Tech Africa" im Gange. Mit 98 berufsbildenden Einrichtungen zählen die Salesianer Don Boscos in Afrika zu den wenigen überregional agierenden Akteuren im Bereich qualitativ hochwertiger Berufsbildung. Ihre Abschlüsse werden in den meisten Staaten offiziell anerkannt.


"Wir freuen uns sehr über die neue Partnerschaft in Südafrika bzw. darüber, dass das Außenministerium und die österreichische Wirtschaft bereit sind, hier insbesondere benachteiligte Jugendliche zu fördern", so "Jugend Eine Welt"-Vorsitzender Reinhard Heiserer. "Wir sind zuversichtlich, dass ähnliche Partnerschaften in Zukunft auch in anderen afrikanischen Ländern durchgeführt werden können."