„I bin katholisch, aber net oarg“, sagte der Herr Karl in den 50er-Jahren. Den eigenen Glauben abzuschwächen, gehört auch heute zum guten Ton.
Wer sich offensiv als gläubig bekennt, fällt auf – oder wird gar als fanatisch, unvernünftig oder rückständig abgewertet.
Manchmal weckt ein Glaubensbekenntnis aber auch schlicht Interesse.
Glaube wird so sehr als Privatsache angesehen, dass darüber zu reden auf manche Menschen wirkt, als würde ein Tabu gebrochen. Das stößt manche ab und macht andere neugierig.
Im Gespräch helfen interessierte Rückfragen, um den anderen besser zu verstehen.
Wer nur provozieren wollte, wird dadurch womöglich heilsam irritiert, wer wirklich ein Problem mit dem Glauben hat, fühlt sich vielleicht eingeladen, darüber zu reden.
Um in jedem Fall ruhig und offenherzig bleiben zu können, ist es wohl am wichtigsten, mir darüber im Klaren zu sein:
Wer davon erzählen kann, findet meist offenere Ohren als vermutet.