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26.10.2016
Generalaudienz am 26. Oktober 2016

Papst ruft zu Solidarität mit Flüchtlingen auf: Keine Mauern

Die einzige Lösung ist Solidarität", so Franziskus bei der Generalaudienz in Rom.

Papst Franziskus hat sich erneut für die Aufnahme von Flüchtlingen stark gemacht. "Wir alle sind aufgerufen, die Brüder und Schwestern aufzunehmen, die vor Krieg fliehen, vor Hunger, vor Gewalt und vor unmenschlichen Lebensumständen", sagte das der Papst am Mittwoch, 26. Oktober 2016 bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom. Den Bau von Mauern und Barrieren verurteilte Franziskus als Zeichen von Egoismus, das kriminelle Schlepperbanden fördere. "Die einzige Lösung ist Solidarität." Nur durch Öffnung gegenüber anderen könne das eigene Leben "fruchtbar" werden, die Gesellschaften wieder Frieden erlangen und die Menschen ihre völlige Würde zurückerhalten.

In seiner Katechese erinnerte Franziskus daran, dass Migrationsphänomene nicht neu seien und hob die Rolle barmherziger Werke gegenüber Fremden hervor. Immer mehr Menschen verließen aufgrund der Wirtschaftskrise, bewaffneter Konflikte und des Klimawandels ihre Heimat. Das Werk der Barmherzigkeit "Nackte bekleiden" sei nicht nur wörtlich zu verstehen. Auch Opfer von Menschenhandel und Missbrauch, Arbeits- und Obdachlose, oder wer aufgrund seines Glaubens oder seiner Herkunft diskriminiert werde, sei "nackt". Der Papst rief alle Christen auf, auch diesen Menschen gegenüber aufmerksam zu sein und ihnen zu helfen.

Der Katechismus der katholischen Kirche unterscheidet leibliche und geistliche Werke. Die Werke der leiblichen Barmherzigkeit sind: Hungrige speisen, Durstigen zu trinken zu geben, Nackte bekleiden, Fremde und Obdachlose aufnehmen, Kranke pflegen, Gefangene besuchen und die Toten begraben. Hinzukommen die Werke der geistlichen Barmherzigkeit: Unwissende lehren, Zweifelnde beraten, Trauernde trösten, Sünder zurechtweisen, Beleidigern verzeihen, Lästige geduldig ertragen, für die Lebenden und Verstorbenen beten.