Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem hat in Klosterneuburg eine neue Komturei - seine mittlerweile zwölfte in Österreich - ins Leben gerufen. Zur Neugründung feierte der Großprior der österreichischen Statthalterei des Ordens, der emeritierte Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser, am Samstag, 22. Oktober 2016 einen Festgottesdienst in der Klosterneuburger Stiftskirche. Komtur und damit Leiter der neuen Komturei ist Frieder Hermann. Zusammen mit der Generalsekretärin des Vereins "Unser Stephansdom", Daniela Tollmann, hatte er vor eineinhalb Jahren Gottesdienste und Vorträge im Sinn des Grundauftrags des Grabesritter-Ordens im Stift Klosterneuburg initiiert, zu denen sich regelmäßig an die 20 Personen zusammenfinden.
Im Juni gab der Großmeister des Ordens, Kardinal Edwin Frederick O'Brien, seine Zustimmung zur Gründung der neuen Komturei. Der österreichische Statthalter der Grabesritter, Karl Lengheimer, sprach bei der Feier in Klosterneuburg von einem Signal für das Wachstum des Ordens in Österreich, der hierzulande mehr als 500 Mitglieder zählt.
Kardinal Christoph Schönborn, der selbst auch dem Orden angehört, sandte aus Ägypten - wo er sich derzeit auf Einladung des koptischen Patriarchen Tawadros II. aufhält - eine Grußbotschaft, in der er die aktuelle Verpflichtung der Grabesritter zur Solidarität mit den Christen im Heiligen Land und im ganzen Orient unterstrich. Zugleich verwies der Wiener Erzbischof auf die Aufgabe der Grabesritter, den Glauben des Evangeliums auch in der Öffentlichkeit zu bekennen.
Erzbischof Kothgasser erinnerte in seiner Predigt u.a. an die Verpflichtung der Christen, in der Fürbitte für Flüchtlinge und Vertriebene zu Gott um Gerechtigkeit und Recht zu rufen. Im Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner im Tempel zu Jerusalem werde deutlich, dass sich niemand an die Stelle Gottes stellen dürfe: Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden. Zugleich gehe es in dem Gleichnis um das "Vertrauen auf Gott": "Gottes Gerechtigkeit ist seine Barmherzigkeit".
Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem (Grabesritter) zählt zusammen mit dem Souveränen Malteser-Orden zu den einzigen beiden Ritterorden, die der Heilige Stuhl neben den Päpstlichen Ritterorden (Christusorden, Orden vom Goldenen Sporn, Piusorden, Gregoriusorden und Silvesterorden) ausdrücklich anerkennt. Der oft zitierte Deutsche Orden, vormals ein Ritterorden, ist seit 1929 ein geistlicher Orden.