Von der Kirche zum Zeitungs- und Verlagswesen und nun in den Museumsbereich: Wolfgang Bergmann, studierter Theologe, ehemaliger Kommunikationschef der Erzdiözese Wien und der Caritas und zuletzt seit dem Jahr 2000 Geschäftsführer der Tageszeitung "Der Standard", wird Teil der neuen Doppelführung des Wiener Belvederes. Wie Kulturminister Thomas Drozda am Montag, 17. Oktober 2016 bekanntgab, übernimmt Bergmann ab kommendem Jänner die neu geschaffene Stelle des kaufmännischen Geschäftsführers, die Linzer Museumschefin Stella Rollig wird Nachfolgerin von Agnes Husslein-Arco als künstlerische Leiterin des international renommierten Großmuseums. "Habemus Belvedere-Direktion", äußerte Drozda seine Freude über die Entscheidung mit einer Papstwahl-Anspielung.
Der 1963 in St. Pölten geborene Wolfgang Bergmann sei einer der "erfahrensten Manager des Landes, der als Quereinsteiger einen Blick von außen einbringt", so der Minister. Auch nach seinem Wechsel von der Erzdiözese zum "Standard" blieb der Sohn des im Jänner verstorbenen ORF-Managers und "Licht ins Dunkel"-Gründers Kurt Bergmann seinem theologischen Interesse treu: Er gab im Blog "ChurchWatch" auf "derstandard.at" immer wieder kirchenpolitische Kommentare ab und verfasste die Bücher "Die kleinere Sünde" über Missbrauchsfälle in der Kirche sowie im Vorjahr die Analyse "Die letzten Päpste. Ein theologischer Neustart für die Kirche".
Auch Stella Rollig hat durch ihre Tätigkeit als Jury-Mitglied des alljährlich von der Erzdiözese Wien ausgeschriebenen "Msgr. Otto-Mauer-Preises" für bildende Kunst Erfahrung im kirchlichen Umfeld. Das Untere Belvedere war in den vergangenen Jahren immer wieder Schauplatz von hochkarätigen Ausstellungen von Sakralkunst und öffentlich zugänglichen Restaurierungen von mittelalterlichen Altaren. Derzeit ist in der Schlosskapelle des Prinzen Eugen mit dem monumentalen Gemälde "Crucifixion" (Kreuzigung) ein Hauptwerk des chinesischen Künstlers Yan Pei-Ming zu sehen.