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10.10.2016
17 Kardinäle aus 15 Ländern

Papst ernennt am 19. November neue Kardinäle

Die 17 neuen Kardinäle stammen aus 15 Ländern.

Papst Franziskus ernennt am 19. November 2016, 17 neue Kardinäle aus allen Kontinenten. Das gab er am Sonntag, 9. Oktober 2016 auf dem Petersplatz bekannt. Unter ihnen ist auch der Erzbischof von Mecheln-Brüssel, Jozef De Kesel. Eine Besonderheit ist die Kardinalswürde für den vatikanischen Botschafter in Syrien, Erzbischof Mario Zenari, der nach Aussage des Papstes auch als Kardinal auf seinem Posten bleiben soll.

13 davon haben das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet und sind damit wahlberechtigt. 4 weitere über 80 Jahre alte kirchliche Würdenträger erhalten den Kardinalshut für ihre besonderen Verdienste um die katholische Kirche.

Die 17 neu ernannten Kardinäle stammen aus 15 Ländern. Jeweils zwei sind Diözesanleiter in Europa, den USA und Afrika, einer von ihnen im Inselstaat Mauritius. Aus Lateinamerika kommen drei neue Kardinäle. Aus Asien und Ozeanien erhält jeweils ein Bischof die Kardinalswürde. Aus dem Vatikan will der Papst nur den Präfekten der neuen Behörde für Familie, Laien und Lebensschutz, den Amerikaner Kevin Joseph Farrell, zum Kardinal erheben.

Die beiden neuen Kardinäle aus Europa sind der Erzbischof von Mecheln-Brüssel, Jozef De Kesel, sowie Madrids Erzbischof Carlos Osoro Sierra. Die traditionellen Anwärter auf die Kardinalswürde in Italien, der Patriarch von Venedig und der Erzbischof von Turin, kamen abermals nicht zum Zuge.

 

Bischöfe aus Ländern „an Peripherie“

Bemerkenswert ist die Ernennung einiger Bischöfe aus Ländern "an der Peripherie": So ist u.a. der mit 49 Jahren sehr junge Erzbischof von Bangui, Dieudonne Nzapalainga, unter den neuen Purpurträgern. In Bangui hatte Papst Franziskus die erste Heilige Pforte zum Jahr der Barmherzigkeit eröffnet.

Ein außergewöhnliches Zeichen setzt Papst Franziskus auch mit der Ernennung des albanischen Priesters Ernest Simoni (88) zum Kardinal. Dieser war in der Zeit der kommunistischen Verfolgung im Geheimen zum Priester geweiht worden. 18 Jahren verbrachte er im Gefängnis, teilweise in Isolationshaft. Mehrmals war er zum Tode verurteilt worden. 1981 wurde er aus dem Gefängnis entlassen und musste als "Feind des Volkes" in den Kloaken der Stadt Shkodra im Norden des Landes arbeiten. Papst Franziskus war ihm bei seinem Besuch in Tirana am 21. September 2014 begegnet.

Die neuen Kardinäle im Überblick: Mario Zenari, Apostolischer Nuntius in Syrien (Italien), Dieudonne Nzapalainga, Erzbischof von Bangui (Zentralafrikanische Republik), Carlos Osoro Sierra, Erzbischof von Madrid (Spanien), Sergio da Rocha, Erzbischof von Brasilia (Brasilien), Blase J. Cupich, Erzbischof von Chicago (USA), Patrick D'Rozario, Erzbischof von Dhaka (Bangladesch), Baltazar Enrique Porras Cardozo, Erzbischof von Merida (Venezuela), Jozef De Kesel, Erzbischof von Malines-Bruxelles (Belgien), Maurice Piat, Erzbischof von Port-Louis (Mauritius), Kevin Joseph Farrell, Präfekt des Dikasteriums für Laien, Familien und das Leben (USA), Carlos Aguiar Retes, Erzbischof von Tlalnepantla (Mexico), John Ribat, Erzbischof von Port Moresby (Papua Neu-Guinea), Joseph William Tobin, Erzbischof von Indianapolis (USA).

Die vier neuen Kardinäle, die bereits über 80Jahre alt sind: Anthony Soter Fernandez, emeritierter Erzbischof von Kuala Lumpur (Malaysia), Renato Corti, emeritierter Erzbischof von Novara (Italia), Sebastian Koto Khoarai, emeritierter Bischof von Mohale's Hoek (Lesotho) und Ernest Simoni, Priester der Erzdiözese von Shkodrë-Pult (Scutari/Albanien).

Das Kardinalskollegium zählt nach der Erhebung der neuen Kardinäle beim Konsistorium am 19. November nach derzeitigem Stand 121 wahlberechtigte Kardinäle. Die Obergrenze liegt bei 120. Am 28. November erreicht der Senegalese Theodore-Adrien Sarr die Altersgrenze von 80 Jahren und verliert damit sein Stimmrecht.

Am 20. November, dem Christkönigsfest und Abschluss des Heiligen Jahres, beabsichtigt Franziskus, gemeinsam mit den neuen Kardinälen die Heilige Messe zu feiern.