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09.10.2016
Kardinal gegenüber italienischem Pressedienst SIR

Kardinal Schönborn begrüßt Thema Jugend bei Bischofssynode

Wiener Erzbischof: „Jugendliche sind die Zukunft der Familie, sie sind Familien der Zukunft und Zukunft der Kirche".

Kardinal Christoph Schönborn blickt zuversichtlich und erwartungsvoll auf die nächste Bischofssynode 2018 im Vatikan. Mit der Wahl des Themas Jugend knüpft Papst Franziskus nach Ansicht Kardinal Schönborns nahtlos an die beiden vorigen derartigen Zusammenkünfte über Ehe und Familie an.

 

"Die Jugendlichen sind die Zukunft der Familie, sie sind die Familien der Zukunft und die Zukunft der Kirche", sagte der Kardinal in Monaco laut einem Bericht des italienischen katholischen Pressedienstes SIR. Daher erscheine es ihm "sehr logisch", dass die Jugend im Mittelpunkt der Synode im Oktober 2018 stehe, so Kardinal Schönborn am Rande der Vollversammlung des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE).

 

Jugend im Zentrum der Aufmerksamkeit

"Ich glaube, dass das Thema Jugend nach der Familie mit Nachdruck aufkam", erklärte der Kardinal. So sei es naheliegend gewesen, es ins Zentrum der kirchlichen Aufmerksamkeit zu stellen. Der Synodenrat habe darüber beraten. Alle Bischofskonferenzen weltweit hätten Vorschläge einreichen können.

Der Vatikan hatte am Donnerstag, 6. Oktober 2016 bekanntgegeben, dass das Thema der nächsten Synode im Oktober 2018 "Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung" lautet.

 

Reichtum an Kreativität

Kardinal Schönborn betonte weiters die Vielschichtigkeit des Themas. "Jugendliche sind Jugendliche. Da gibt es keine Kategorie. Es gibt gewiss eine Altersgruppe und in dieser Altersgruppe gibt es das Leben in seiner ganzen Reichhaltigkeit". Einerseits gebe es Probleme und Herausforderungen. In vielen Teilen der Welt seien dies vor allem Arbeitslosigkeit, unzureichende Bildungschancen sowie eine fehlende Begleitung. Andererseits gebe es "allen Reichtum der Jugend, ihre Kreativität und ihren Einfallsreichtum".

 

Jugend schafft eigene Sturkturen

Die Beobachtung, dass immer weniger Jugendliche in die Kirche gehen, kommentierte Kardinal Schönborn mit den Worten: "Wo? vielleicht in Italien, vielleicht in Österreich. Ja da sind es wenige, weil es ingesamt wenige Jugendliche gibt". In anderen Teilen der Welt gebe es hingegen einen "dramatischen demografischen Anstieg". Zugleich müsse man in Rechnung stellen, dass Jugendliche sich zwar häufig nicht in den klassischen Strukturen der Pfarreien engagierten. Dies heiße jedoch nicht automatisch, dass es keine Jugendlichen mehr in der katholischen Kirche gebe. Dass es auch in der katholischen Kirche eine lebendige Jugend gebe, habe der jüngste Weltjugendtag im polnischen Krakau gezeigt.

 

Aber auch in Österreich gebe es zahlreiche Jugendveranstaltungen, die das belegten, wie etwa das Pfingsttreffen in Salzburg. Zudem verwies er darauf, dass sich im Marienwallfahrtort Medjugorje in Bosnien und Herzegowina im Sommer 60.000 Jugendliche zum Gebet versammelt hätten.

Über das Verhältnis von Franziskus zu Jugendlichen sagte Kardinal Schönborn, er sei zu ihnen wie ein Vater wie dies bereits Johannes Paul II. und "auf seine Weise" auch Benedikt XVI. gewesen seien. Diese Rolle eines Vaters im Glauben und eines Vaters, der die Jugend mit Liebe umarmt und ihnen Mut angesichts von Herausforderungen gebe, sei wichtig.