Heimische Hilfsorganisationen bitten dringend um Spenden für die Opfer des verheerenden Wirbelsturms "Matthew" auf Haiti. Rund eine Million Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Die Naturkatastrophe dürfte bis zu 900 Menschen das Leben gekostet haben, die Zahl der Verletzten lässt sich noch nicht abschätzen. Alle Hilfsorganisationen warnen vor dem Ausbrechen der Cholera, wenn nicht rasch Hilfe für die Bevölkerung Haitis kommt.
Die Caritas stellt für die ersten Nothilfemaßnahmen 200.000 Euro zur Verfügung und verstärkt nun das lokale Team vor Ort mit dem Vorarlberger Haiti-Experten Robert Moosbrugger. "Wir haben dort ein Büro aus der Zeit der Erdbebenhilfe und drei große Lkw", so Moosbrugger. Wichtig seien Hygienematerial und Wasseraufbereitung. Ein Ausbruch der Cholera wäre sonst "die Katastrophe in der Katastrophe".
In Haiti engagiert ist auch das kirchliche Hilfswerk "Jugend Eine Welt". "Von unseren lokalen Projektpartnern, den Salesianern Don Bosco und den Don Bosco Schwestern, wissen wir, dass mehr als 50.000 Familien obdachlos sind", so Reinhard Heiserer, der Vorsitzende des Hilfswerks. Auch er warnte vor dem Ausbrechen der Cholera.
"Jugend Eine Welt" unterstützt mit seinen Projektpartnern vor allem Kinder und Familien. Erstes Ziel der Salesianer vor Ort ist es, "3.000 Kindern so schnell als möglich täglich eine heiße Mahlzeit anzubieten." Neben frischem Wasser und Lebensmitteln sind im Moment speziell Blech und Holz gefragt, um Notunterkünfte zu errichten.
Auch die evangelische Diakonie ist in Haiti im Einsatz. Aufgrund zerstörter oder nicht passierbarer Straßen kämen die Hilfskräfte nach wie vor nur schwer in die am schlimmsten betroffenen Gebiete", berichtete Sylvie Savard, Leiterin des Projektbüros der Diakonie Katastrophenhilfe in Port-au-Prince am Sonntag. "Außerdem hat der Hurrikan mit den Feldern und Tieren auch die Lebensgrundlage der Landbevölkerung fortgespült. Eine Hungerkrise im Land ist deshalb schon jetzt absehbar", betonte Savard.
"Wir müssen auch eine Zunahme der Cholera befürchten", warnte Dagmar Lassmann, Leiterin der Diakonie Katastrophenhilfe Österreich. Sie bezog sich auf die Meldung von bereits mehr als 28.000 Fällen in diesem Jahr, schon vor dem Hurrikan. "Durch die Überschwemmungen hat sich die Trinkwasser- und Hygienesituation in vielen Gebieten jetzt dramatisch verschlechtert", so Lassmann.
Caritas-Spendenkonto: PSK, IBAN: AT92 6000 0000 0770 0004
Spendenkonto "Jugend Eine Welt", Kennwort: Haitihilfe, Raiffeisen Landesbank Tirol IBAN: AT66 3600 0000 0002 4000;
Spendenkonto "Diakonie Katastrophenhilfe", Kennwort: Haiti Hurrikan, IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333)