Es ist interessant, wie viele Menschentypen man kennen lernt“, nimmt Ursula Wolf an Erfahrung mit.
Alle 14 Tage hilft sie bei der Ausgabe von Lebensmitteln in der Wiener Pfarre Gartenstadt. Die Begünstigten sind Menschen, die vom Projekt Le+O der Wiener Caritas profitieren.
Seit 2009 wird armutsbetroffenen Menschen mit Lebensmitteln und individuellem Beratungs- und Orientierungsangebot geholfen.
„Wir treffen uns donnerstags in der Früh. Nach einer kurzen Besprechung kommt der Lastwagen mit den Gütern.“ An einem langen Tisch wird die Ware sortiert und hergerichtet.
Ab 9 Uhr 30 kommen die ersten: „Wir nennen sie Kunden, die bei uns einkaufen“, so Wolf.
3 Euro 50 pro Einkauf zahlen die Kunden.
Obwohl wenig Zeit bleibt, gibt es doch manches Gespräch: „Es gibt einen älteren Herrn, der schafft es, bei der Ausgabe mit uns zu plaudern, obwohl man ziemlich rasch durchgehen muss, ist immer freundlich und hat mir einmal erzählt, er braucht immer zwei gleiche Dinge, z.B. zwei Marillenjoghurt, sonst streitet er mit seiner Frau.
Einmal habe ich zu ihm gesagt, jetzt bringen’s die Frau mit, ich glaube ihnen gar nicht, dass es sie gibt. Dann habe ich gesehen, wie er feuchte Augen bekommen hat. Da habe ich mir gedacht, das war jetzt nicht gut. Er hat gesagt, nein, meine Frau ist schwer krank, sie kann seit längerer Zeit nicht mehr aus dem Haus“, erinnert sich Ursula Wolf.
Sie weiß auch, dass es Leute gibt, denen es unangenehm ist, bei der Ausgabe erkannt zu werden.
Den Bedarf bestätigt die Initiative von Caritas und der Pfarren.