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04.10.2016

Schönborn ruft zu Lebensmittel-Sammlung für Armutshaushalte auf

Wiener Pfarren sammeln haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel für Caritas-Projekt "Le+O" - Kardinal: Große Beteiligung der Pfarren ist "Hoffnungszeichen"

Kardinal Christoph Schönborn hat zur Teilnahme an der geplanten Caritas-Lebensmittelsammlung aufgerufen. Anlässlich des Erntedankfestes werden in den nächsten Wochen in zahlreichen Pfarren Wiens und Niederösterreichs haltbare Lebensmittel gesammelt, die über das Projekt "Lebensmittel und Orientierung" (Le+O) an armutsbetroffene Haushalte weitergegeben werden. Das Geben sei "Ausdruck der Dankbarkeit", betonte der Wiener Erzbischof am Dienstag 4. Oktober 2016. Die große und immer weiter wachsende Beteiligung der Pfarrgemeinden an dem Projekt sehe er als "Hoffnungszeichen".

 

Das vor sieben Jahren gestartete Projekt "Le+O" kombiniert die Ausgabe von Lebensmittel an armutsbetroffene Menschen mit kostenloser Beratung und Orientierung. 175 Pfarren in Wien beteiligen sich bereits daran - 20 mehr als noch im Vorjahr, berichtete Caritas-Präsident Michael Landau. Knapp 1.000 freiwillige Helfer verteilen an 16 Ausgabestellen jede Woche 12 Tonnen Lebensmittel, womit Le+O das "größte Freiwilligenprojekt der Caritas in Österreich" ist. 5.000 Haushalte bzw. rund 15.000 Personen profitieren derzeit davon.

 

Familien und Mindestpensionisten

Bezieher der Le+O-Lebensmittel sind kinderreiche und einkommensschwache Familien ebenso wie Haushalte mit Langzeitarbeitslosigkeit oder Migrationshintergrund sowie "erschreckend oft Mindestpensionisten", erklärte Landau. Viele soziale Probleme und politische Versäumnisse - auch etwa Probleme bei der Pflege oder beim Bildungszugang von einkommensschwachen Familien - würden durch Le+O ersichtlich. "Es gibt auch bei uns Menschen, die ein Stück mehr Aufmerksamkeit brauchen", betonte der Caritas-Präsident.

 

Erfreut äußerte sich Landau über die große Beteiligung der Pfarren trotz gleichzeitiger anderer Aufgaben wie etwa aktuell die Flüchtlingsintegration, in der allein in der Erzdiözese Wien 250 Pfarren engagiert sind. "In der aktuellen Situation darf es nicht heißen 'entweder-oder', sondern 'sowohl-als auch'. Die Pfarren leben dies vor", so der Caritas-Chef. Der "gute Grundwasserspiegel der Nächstenliebe" sei eine kostbare Ressource Österreichs - "dass Menschen, wenn sie gebraucht sind, da sind". Dies solle auch die Politik stärker wahrnehmen und dafür danken, statt es vom Tisch zu wischen.

 

Lebensmittel und Hygieneartikel

Für die Le+O-Sammlung bittet die Caritas, haltbare Lebensmittel wie Mehl, Zucker, Öl, Reis, Nudeln, Konserven und Salz in die teilnehmenden Pfarren zu bringen. Auch andere Produkte des täglichen Gebrauchs wie Hygieneartikel, Windeln oder Waschpulver würden benötigt, seien doch oft auch Kinder von Armut betroffen, wie Landau hervorhob.