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29.09.2016
16. Auslandsreise von Franziskus soll Beitrag zum Frieden im Kaukasus liefern

Papstreise nach Georgien und Aserbaidschan

16. Auslandsreise von Franziskus soll Beitrag zum Frieden im Kaukasus liefern.

Papst Franziskus startet am 30. September 2016 zu seiner 16. Auslandsreise, die ihn bis 2. Oktober in die beiden früheren Sowjetrepubliken Georgien und Aserbaidschan führt. Unter anderem wird er mit dem georgisch-orthodoxen Patriarchen Elias zusammentreffen und eine Moschee besuchen. Mit den kleinen katholischen Gemeinden der zwei Staaten im Südkaukasus feiert er Gottesdienste.

 

Papst wird eine Moschee besuchen

Die Reise von Papst Franziskus nach Georgien und Aserbaidschan steht im Zeichen des ökumenischen und des interreligiösen Dialogs: Das geht aus dem offiziellen Reiseprogramm hervor, das der Vatikan Mitte September veröffentlicht hat. Dabei dürfte der Moscheebesuch am Sonntagabend, 2. Oktober, in Baku zumindest medial eines der Highlights der 16. Auslandsreise des argentinischen Pontifex werden.

 

Zum Auftakt der Reise vom 30. September bis zum 2. Oktober trifft sich Franziskus demnach in Tiflis mit Patriarch Ilia II., dem Oberhaupt der georgisch-orthodoxen Kirche. Danach kommt der Papst in die chaladäisch-katholische Pfarre, wo er auch irakische Bischöfe trifft.

 

Am 1. Oktober feiert Franziskus im Tifliser Meskhi-Stadion die Messe. Am Nachmittag fährt er zuerst in die römisch-katholische Pfarre - hier begegnet er Priestern und Ordensleuten - und danach in die orthodoxe Kathedrale. Im Zentrum des Kamillinarordens in Tiflis trifft er Arme und die Mitarbeiter der Caritas.   

 

In Aserbaidschan stehen am 2. Oktober eine Begegnung mit dem Scheich der kaukasischen Muslime, Allahschukur Paschazade, und ein Besuch der "Heydar Aliyev"-Moschee auf dem Programm. Ferner ist ein Treffen mit dem orthodoxen Bischof Alexander von Baku und dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde vorgesehen.

 

Der Besuch in Georgien und Aserbaidschan ist die zweite Kaukasus-Reise des Papstes in diesem Jahr. Ende Juni besuchte Franziskus Armenien. Damals sagte er, er komme als "Bote des Friedens", um "alle Bemühungen auf dem Weg des Friedens zu unterstützen" und "Schritte auf dem Pfad der Versöhnung zu begleiten".


Georgien als Stabilitätsfaktor im Kaukasus

Georgiens Staatsoberhaupt seit 2013 ist Giorgi Margwelaschwili, Nachfolger des umstrittenen und seit kurzem in der Ukraine als Politikberater tätigen Micheil Saakaschwili. Georgiens Außenminister Mikheil Janelidze ist überzeugt, dass der bevorstehende Besuch von Papst Franziskus in Georgien ein wichtiges Zeichen für die Region sein wird. "Wir freuen uns, den Papst zu begrüßen, und wir sind ihm dankbar für jedes Zeichen, dass wir in Frieden und Eintracht im Kaukasus leben wollen", sagte der Minister vor kurzem in Tiflis: "Georgien ist eine stabile Brücke zwischen Asien und Europa, das wollen wir Papst Franziskus zeigen."

Janelidze wies zudem auf den Beitrag Georgiens zur Stabilität in der Region hin. Trotz ungelöster Grenzkonflikte wünsche sich das Land einen baldigen Beitritt zur Europäischen Union: "Europa ist für uns mehr als ein geografischer Ort. Europa ist ein erfolgreiches Projekt, dass über Jahrzehnte den längsten Frieden gebracht hat. An diesem Projekt wollen wir mitarbeiten."

Mit Blick auf das Europa-Engagement von Papst Franziskus nannte der Minister es besonders beeindruckend für die Georgier, dass die Europäische Union ein freier Zusammenschluss in Frieden und ohne Druck von außen sei: "Auch das ist für uns ein Vorbild. Deshalb glaube ich, dass trotz aller Probleme in Europa in Zukunft wieder ein Mehr an Integrität sichtbar werden wird."


Reich durch Erdölexporte

Auch Aserbaidschan versteht sich als Brücke zwischen Europa und Asien. Der Vatikan und das mehrheitlich muslimische Land, das bis 1991 eine Sowjetrepublik war, hatten bereits 1992 diplomatische Beziehungen aufgenommen. Das reiche erdölexportierende Land am Kaspischen Meer, das von Georgien, Armenien, Iran und der Türkei umgeben ist, wird vom Präsidenten Ilham Aliyew als eine Art Familienimperium mit harter Hand regiert. Bereits Ilham Aliyews Vater, Heydar Aliyew, war bis zu seinem Tod 2003 Präsident des Öllandes.

Die Beziehungen zwischen dem Vatikan und Aserbaidschan wurden 2012 intensiviert: Eine Stiftung aus dem vorderasiatischen Land finanzierte die Restaurierung einer vom Vatikan verwalteten Katakombe in Rom. Der Vatikan betonte beim Vertragsabschluss, erstmals in der jüngeren Geschichte finanziere eine Institution einer mehrheitlich schiitischen Nation die Restaurierung eines christlichen Baudenkmals. Angesichts der Menschenrechtslage in Aserbaidschan stieß das Projekt auch auf Kritik.