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28.09.2016

Noch ein Marienmonat?

Warum ist der Oktober eine Art zweiter marianischer Monat nach dem Mai?  von Ingrid Fischer

 

 

 

Die Evangelien geben kaum mehr über Maria preis als ihr „Ja“ am Anfang und Ende des Lebensweges Jesu – unter für sie reichlich gefährlichen Umständen.

 

Nicht Mutterglück ist ihr  Thema, sondern lebenslanges hörbereites Dasein. Die Gottheit Jesu hat indes ab dem 4. Jh. auch seiner Mutter himmlische Größe verliehen.


So erwartet(e) das katholische Volk von „Unserer Lieben Frau“ bald mächtige Fürsprache, Segen und Schutz: vor dem Strafgericht Gottes („Schutzmantelmadonna“), vor der drohenden Türkengefahr (zuletzt 1683), schließlich vor den „Übeln unserer Zeit“ (seit 1830).

 

Neben dem ab dem 17. Jh. entstehenden „Marienmonat“ Mai mit öffentlichem Gebet in „Nöten der Kirche“ und „drohender Weltgefahr“ weitete Leo XIII. „zur Verteidigung der Kirche und des christlichen Volkes“ das Rosenkranzfest am 7. Oktober (seit dem Sieg bei Lepanto 1571) auf den „Rosenkranzmonat“ Oktober aus, um die Jungfrau zu ehren, „der es gegeben ist, alle Ketzereien zu vernichten“ (1883).


Beim Rosenkranzfest 1938 ehren 7000 junge Gläubige wieder den „einen Führer“ Christus: Im ursprünglich und eigentlich marianisch-mutigen Blick auf ihn finden sie Kraft zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus.