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20.09.2016
Hilfe in Syrien und im Irak

Orient-Hilfswerk: 460.000 Euro für bedrängte Christen

Initiative Christlicher Orient hilft auch nach wie vor direkt im Kriegsgebiet in Syrien.

Knapp 460.000 Euro hat das in Linz ansässige Hilfswerk "Initiative Christlicher Orient" (ICO) im Jahr 2015 für Hilfsprojekte im Nahen Osten aufgewendet. Das wurde am Rande der derzeit in Salzburg stattfindenden ICO-Jahrestagung bekannt gegeben. Etwas mehr als 227.000 Euro gingen in den Irak, rund 145.000 Euro nach Syrien, 78.000 Euro nach Israel, kleinere Beträge noch nach Ägypten und in den Libanon. In allen Projekten gehe es darum, einen effektiven Beitrag zum Überleben der Christen in diesen Regionen zu leisten, so ICO-Obmann Slawomir Dadas.

 

Hilfe in Aleppo

Der ICO sei es Dank vieler Partner vor Ort auch möglich, noch in Syrien selbst zu helfen, unterstrich Dadas. Die ICO unterstützt beispielsweise den Orden der "Blauen Maristen", der in der heftig umkämpften nordsyrischen Stadt Aleppo nach wie vor präsent ist. Die Ordensleute und zahlreiche Helfer verteilen Lebensmittelpakete, kümmern sich um die medizinische Versorgung von Kriegsopfern und Kranken und bemühen sich um die Unterbringung von Obdachlosen, deren Häuser und Wohnungen durch die Kampfhandlungen zerstört wurden. Zudem wird Kindern und Jugendlichen eine Schulausbildung ermöglicht und rund 850 Familien werden mit Wasser beliefert.

 

Durch die Unterstützung der Blauen Maristen könne man einen Beitrag leisten, die verbliebenen christlichen Minderheiten in Syrien vor Hungersnot, Ausbeutung und Auswanderung zu schützen, so Dadas. Aleppo gilt als "syrisches Stalingrad" und ist die am heftigsten umkämpfte Stadt im Land.

 

Die ICO ist auch seit einigen Monaten Partner einer von der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV) breit aufgestellte Hilfsaktion für die schwer bedrängten und verfolgten Christen im Nahen Osten. Gemeinsam mit den Hilfsorganisationen "Kirche in Not" und "Christian Solidarity International" will man für mehr Bewusstsein in Österreich für die schwer bedrängten Christen werben und konkret einzelne Hilfsprojekte unterstützen.

 

Jugendzentrum im Nordirak

Im Fall der ICO ist das der Bau eines Jugendzentrums im Nordirak. Die ICO unterstützt seit Jahren das christliche Dorf Enishke in der Autonomen Region Kurdistan/Irak. Das Dorf zählt 185 Familien, zur Pfarre gehören auch die beiden Orte Benatha und Hamziyeah mit ca. 60 Familien. Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs und der Etablierung des IS in der Region befinden sich in Enishke nun auch an die 450 Flüchtlingsfamilien mit deren Kindern.

 

Im Jahr 2013 wurde von der ICO mit Unterstützung der Oberösterreichischen Landesregierung ein Kindergarten errichtet, jetzt wird auch ein Pfarr- und Jugendzentrum gebaut. Das Zentrum soll nach Möglichkeit noch im Herbst fertiggestellt werden.

 

Die ICO (die anfangs noch "Freunde des Tur Abdin" hieß) wurde 1989 vom Linzer Liturgieprofessor und Ostkirchenexperten Hans Hollerweger gegründet. Er nahm sich vorerst vor allem der bedrängten christlichen Gemeinden in der Südosttürkei ("Tur Abdin") an und weitete später den Einsatz auf den gesamten Orient aus.

 

Bekannt wurde die ICO u.a. durch die Aktion "Licht für Bethlehem". Hollerweger begann als erster im großen Stil Olivenholzarbeiten von den Handwerkern aus Bethlehem in Österreich zu verkaufen. Der Reinerlös fließt zurück nach Bethlehem. 2014 folgte der Linzer Dechant Slawomir Dadas Prof. Hollerweger als Obmann der ICO.

 

Neben intensiven Kontakten mit den orientalischen Christen und konkreter Hilfeleistung hat es sich die ICO zur Aufgabe gemacht, über die Situation der Christen im Nahen und Mittleren Osten zu informieren. Dem dient auch die Zeitung "Information Christlicher Orient", die vier Mal jährlich erscheint.