Jörg Zink, einer der renommiertesten evangelischen Theologen Deutschlands, ist am Freitag, 9. September 2016 im Alter von 93 Jahren in seinem Haus in Stuttgart gestorben. Seine rund 200 Publikationen erreichten zusammen eine Auflage von 20 Millionen Exemplaren. Der Theologe prägte das religiöse protestantische Leben weit über seine Heimat Baden-Württemberg hinaus.
Der evangelische württembergische Landesbischof Frank Otfried July würdigte am Montag Jörg Zink als leidenschaftlichen Verkünder des Evangeliums. Zink habe sich auch für die Bewahrung der Schöpfung, Frieden, Gerechtigkeit, Ökumene und den interreligiösen Dialog engagiert, erklärte July in Stuttgart.
Zink wurde in Hessen geboren. Im Zweiten Weltkrieg überlebte er den Abschuss eines Flugzeugs und kam in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft. Später studierte er in Tübingen Theologie und Philosophie. In Hamburg promovierte er, bevor er Pfarrer in Esslingen wurde und für das zentrale Fortbildungsinstitut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) arbeitete.
Knapp zwei Jahrzehnte war der Theologe Fernsehbeauftragter seiner Landeskirche beim früheren Süddeutschen Rundfunk. Der stark mit Israel verbundene Zink gehörte zu den Sprechern vom "Wort zum Sonntag". Viele seiner Gottesdienste wurden im Radio und im Fernsehen übertragen. Der vielfach geehrte Publizist - im Vorjahr hatte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ihm noch den Ehrentitel "Professor" verliehen - hinterlässt seine Ehefrau und vier Kinder.