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Der Sonntag
09.09.2016

Europa ohne Religionen?

Papst Franziskus traut Europa viel zu. von DDr. Michael H. Weninger

 

 

Europa erfreut sich eines reichen spirituellen Erbes, welches auf drei Säulen ruht: Jerusalem, Athen und Rom.

 

  1. Jerusalem, die heilige Stätte der drei abrahamitischen Religionen;
  2. Athen, die Geburtsstätte der Demokratie und
  3. Rom, jene des Römischen Rechts.

 

Bedingt durch 2000 Jahre Geistesgeschichte müssen zum Christentum Judentum, auch Islam, Orthodoxie, Protestantismus, gewiß auch die Aufklärung etc. hinzugezählt werden.


Dennoch ist Europa ein zutiefst vom Christentum geprägter Kontinent.

 

Ein Gedankenexperiment: Wenn man vom Europa der Gegenwart alles subtrahieren würde, was christliches Erbe ist, was würde dann bleiben?

 

Antwort: Herzlich wenig!

 

Daran hat Papst Franziskus bei seinen Ansprachen vor dem Europäischen Parlament und dem Europarat 2014 erinnert: Er traut Europa viel zu. Er setzt begründete Hoffnung auf diesen Kontinent.

 

2016, anläßlich der Verleihung des Karlspreises an ihn, hat Franziskus seinen Traum so formuliert: Die Kreativität, der Geist, die Fähigkeit, sich wieder aufzurichten und aus den eigenen Grenzen hinauszugehen, gehören zur Seele Europas.


Dazu: Ohne die Einbindung der Religionen wird es keinen dauerhaften gesellschaftlichen Konsens und keinen prosperierenden Integrationsprozess in Europa geben können.

 

Die Religionen haben diesbezüglich eine vornehme und dringliche Aufgabe, sie haben das Ihre zum Wohle Aller beizutragen.