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28.08.2016
Präsentation in Alpbach

Virtual Reality-Projekt zeigt Alltag von Flüchtlingen

Projekt "360 Grad eXodus" der "Wiener Zeitung" entstand mit Unterstützung der Caritas.

Ein Virtual Reality-Projekt (VR) eröffnet neue Blicke in den Lebensalltag von Flüchtlingen im libanesischen Lager Moussa Taleb und in Österreich: Das von der "Wiener Zeitung" gemeinsam mit der Caritas Österreich und T-Mobile entwickelte Projekt "360 Grad eXodus" wurde am Samstag, 27. August 2016, im Rahmen des heurigen "Forum Alpbach" der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Mit Hilfe einer kostenlosen App und einer speziellen VR-Brille kann der Betrachter in direkten Kontakt mit Flüchtlingen treten, ihre Lebensumstände kennenlernen und sich ihre Geschichte erzählen lassen. Ziel ist es, "durch die Technik junge Menschen neu und anders anzusprechen" und für das Thema zu interessieren, so der Projektleiter und stellvertretende Chefredakteur der "Wiener Zeitung", Thomas Seifert.

Die Video-Reportage bringt den Betrachter in das Flüchtlingslager Moussa Taleb an der syrisch-libanesischen Grenze. Dort trifft man u.a. Aishe und Abdallah, zwei Kinder, die vor dem Krieg geflohen sind, und Adib, der aus dem Chaos des Krieges in Syrien nach Wien geflohen ist. In "Virtual Reality" erlebt der User den Alltag im Lager hautnah und kann sich ein 360-Grad-Bild machen, bei dem er selbst den Blickwinkel bestimmt.

Die Caritas unterstützte das Projekt u.a. durch den Zugang zu Flüchtlingen - im libanesischen Lager wie auch in Wien, etwa in "Magdas Hotel". Die Caritas selber wolle das Produkt künftig in der Jugendarbeit der "YoungCaritas" nutzen.

Die durch VR gegebenen neuen Erzählformen würden Chancen bieten, "Geschichten neu zu erzählen, auch wenn die Themen vielleicht vordergründig nicht mehr als so interessant erscheinen", zeigt sich Seifert im Gespräch mit der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" überzeugt. Gerade das Flüchtlingsthema sei ein solches Thema, das bei manchen Zeitgenossen bereits auf verschlossene Ohren stoße - "aber die Herausforderung durch die Flüchtlinge im Land bleibt ja bestehen; wir müssen mit diesen Menschen umgehen", so Seifert. Auch böte die direkte Konfrontation mit den Personen, die dem Betrachter direkt ins Auge blicken, einen "ganzheitlichen Zugang", der einen ganz anders berühre als nüchterne Berichte: "Wir sind ja oft schon zu 'Vernunftmaschinen' geworden, da ist es gut, mal wieder den emotionalen Zugang zu stärken".

Neben der "New York Times", dem britischen "Guardian" und der "Süddeutschen Zeitung" sei die "Wiener Zeitung" eines der ersten Printmedien, die mit dieser neuen Technik und den dadurch sich eröffnenden neuen Erzählformen experimentiert, so Seifert.