Unterscheidung – Entscheidung – Entschiedenheit: so lernen Jesuiten vorzugehen.
Und bei Papst Franziskus kann man diesen Drei-Schritt genau sehen!
Mit Ungewissheit umgehen, Entscheidungen treffen, obwohl man noch nicht alle Auswirkungen kennen kann – das gibt es in Betrieben, Büros, Labors und Redaktionen. Ist das in der Kirche anders?
Vieles ist gleich. Dass ich mich um innere Freiheit bemühe und offen bin auch für ganz andere Lösungen.
Dass ich versuche, die ganze Wirklichkeit wahrzunehmen, und nicht nur meinen eigenen Standpunkt. Dass ich auf die Stimme meines Herzens höre.
Aber eines unterscheidet den säkularen Entscheidungsprozess vom geistlichen: das Kriterium.
Es ist die einfache Frage: Passt das zu Christus? Letztlich geht es um ein Gespür für den Willen Gottes in dieser Situation.
Ist der Geist Gottes am Werk, dann nimmt die Zuversicht zu – nicht nur bei mir, sondern in der ganzen Gruppe. Die Atmosphäre verändert sich, wenn man gemeinsam nach dem Willen Gottes fragt – und nicht zuerst nach den eigenen Interessen.
Wenn Christus das Kriterium ist, dann muss man seine Logik kennen. Was ist ihm wirklich wichtig?
Da wird unser Blick dann von uns selbst weggelenkt, hin zu denen, für die wir zuerst da sind: zu den Armen und Kranken, den Flüchtlingen und den Menschen in Schwierigkeiten.
Exerzitien nach Ignatius von Loyola sind ein guter Weg, Christus kennen zu lernen.
Unterscheidung der Geister: Das kann man dort intensiv üben.
Exerzitien sind gleichsam ein Training für die „geistlichen Geschmacksnerven“ (Willi Lambert SJ).