Als Antwort auf Terror und Gewalt in der Welt setzt Papst Franziskus weiter auf Dialog und Solidarität: "Wer kann angesichts des epochalen Wandels, in den wir alle eingebunden sind, denken, sich allein und mit den eigenen Kräften retten zu wollen?", heißt es in einem Schreiben an die Teilnehmer des "37. Treffens für die Freundschaft unter den Völkern" in Rimini. Der Vatikan veröffentlichte den Text, den Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin im Namen des Papstes an den Bischof von Rimini, Francesco Lambiasi, geschrieben hatte, am Freitag.
"Viele Erschütterungen, denen gegenüber wir uns oft als machtlose Zuschauer sehen" sind für den Papst "in Wirklichkeit eine wundersame Einladung", sich auf die Gemeinsamkeiten aller Menschen zu besinnen und einen Neuanfang zu starten. Wer sich anderen gegenüber öffne, werde bereichert. Beim Dialog sei es wichtig, sich einerseits der eigenen Identität bewusst zu sein, andererseits müsse auch die Bereitschaft da sein, sich in die Situation der anderen zu versetzen.
Angesichts der "Bedrohungen des Friedens und der Sicherheit der Völker und Nationen" wies Franziskus darauf hin, dass Angst vor anderen hauptsächlich durch eigene "existenzielle Unsicherheit" ausgelöst werde. Der Papst verurteilt in seiner Botschaft zudem Individualismus und Egoismus sowie Überheblichkeit - sie seien "Ursprung aller menschlichen Konflikte".
Die Christen rief Franziskus dazu auf, angesichts der aktuellen Herausforderungen die frohe Botschaft ihres Glaubens durch ein "persönliches, kreatives Zeugnis" zu verkünden. Es gelte, die Liebe und Barmherzigkeit Gottes durch Taten zu bezeugen, den Menschen Jesus nahe zu bringen und sie so zu trösten und zu ermutigen.
Das "37. Treffen für die Freundschaft unter den Völkern" findet von Freitag, 19. August bis n Donnerstag, 15. August im italienischen Rimini statt. Dabei kommen Vertreter vieler Kulturen zu Vorträgen, Diskussionen und Kulturveranstaltungen zusammen.