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02.08.2016

Nach Weltjugendtag: Junge Römerin stirbt in Wien an Meningitis

Alle Personen in der Reisegruppe des verstorbenen Mädchens haben eine Prophylaxe-Behandlung erhalten, heißt es vom Wiener Gesundheitsdienst. In Wien gebe es demnach aktuell keine weiteren Meningitis-Erkrankungen.

Eine junge Italienerin, die in den vergangenen Tagen am katholischen Weltjugendtag in Krakau teilgenommen hat, ist an Meningitis erkrankt und in einem Krankenhaus in Wien gestorben. Das hat die Italienische Bischofskonferenz (CEI) am späten Montagabend, 1. August 2016, bekannt gegeben und einen Teil der Weltjugendtags-Teilnehmer zur Einnahme eines Meningitis-Prophylaxe-Medikaments aufgerufen.

Die verstorbene 19-Jährige gehörte laut italienischen Presseberichten vom Dienstag einer 20-köpfigen Pilgergruppe aus der Pfarre San Policarpo im Süden Roms an, die sich auf dem Rückweg von dem katholischen Jugendtreffen in Polen befand.

 

Fall für Stadt Wien beendet

Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) bestätigte auf "Kathpress"-Anfrage, dass die 19-jährige Frau in einem Wiener Gemeindespital gestorben ist. In welchem Spital, werde nicht bekannt gegeben. Es liege eine ansteckende Form von Meningitis vor. Für den zuständigen Gesundheitsdienst der Stadt Wien ist der Fall nach Auskunft von Sprecher Michael Ambros "abgeschlossen". Alle Personen in der Reisegruppe des verstorbenen Mädchens hätten die Prophylaxe-Behandlung erhalten. In Wien gebe es aktuell keine weiteren Meningitis-Erkrankungen.

 

Pilger sollen auf typische Symptome achten

Wiener Ärzte hatten am Dienstag laut ORF-Wien wie auch schon die Italienische Bischofskonferenz an alle Teilnehmer des Jugendtreffens appelliert, die wie die Verstorbene in Krakau die "Casa Italia" besucht haben, sich einer Meningitis-Vorsorge zu unterziehen. Grundsätzlich sollten zudem Teilnehmer des Weltjugendtages, die an Symptomen wie hohem Fieber, Hals- und Kopfschmerzen, sowie Sehproblemen leiden, sofort ein Krankenhaus aufsuchen, riet die Italienische Bischofskonferenz.
Pilger sollen auf typische Symptome achten

Wiener Ärzte hatten am Dienstag laut ORF-Wien wie auch schon die Italienische Bischofskonferenz an alle Teilnehmer des Jugendtreffens appelliert, die wie die Verstorbene in Krakau die "Casa Italia" besucht haben, sich einer Meningitis-Vorsorge zu unterziehen. Grundsätzlich sollten zudem Teilnehmer des Weltjugendtages, die an Symptomen wie hohem Fieber, Hals- und Kopfschmerzen, sowie Sehproblemen leiden, sofort ein Krankenhaus aufsuchen, riet die Italienische Bischofskonferenz.

 

Meldepflichtige Erkrankung

Bei Meningitis handelt es sich um eine Entzündung der Hirnhaut oder der Rückenmarkshäute, oft ist auch beides betroffen. Intensive Formen dieser Entzündung greifen fast immer das Herz sowie die Nerven des Gehirns und des Rückenmarks an.

Ausgelöst werden kann sie unter anderem durch Viren oder Bakterien wie etwa Meningokokken. Meningokokken können nur direkt von Mensch zu Mensch durch Husten, Niesen oder über Speichel übertragen werden. Die Inkubationszeit einer Meningokokken-Erkrankung liegt zwischen zwei und zehn Tagen, nach denen Symptome wie Kopfschmerzen, Nackensteife, Gelenks- und Muskelschmerzen, Krämpfe, Erbrechen, Lichtscheue, Benommenheit und/oder rasch ansteigendes Fieber oder Schüttelfrost auftreten, meist gemeinsam mit roten, punktförmigen Hautflecken. Die Erkrankung ist meldepflichtig.

 

Therapie und Vorbeugung

Unbehandelt verläuft etwa die Hälfte der Meningitisfälle tödlich. Als Therapie verwendet man Sulfonamide und Penicillin. Zur Vorbeugung werden gefährdete Personen isoliert, wobei vorbeugende Behandlung nur bei den engsten Kontaktpersonen eines Erkrankten empfohlen wird, nicht aber bei Kollegen oder Mitschülern. Desinfektion und besondere Hygiene gelten als wesentliche prophylaktische Maßnahmen.

Österreichweit wird ein Fall pro 100.000 Einwohner und Jahr registriert. Jede zehnte Meningitis-Erkrankung endet tödlich. In Wien gab es im Vorjahr sieben Fälle, zwei Patienten verstarben.