Als ein "richtiges und wichtiges Signal" hat die Unabhängige Opferschutzanwältin Waltraud Klasnic die Ankündigung von Nationalratspräsidentin Doris Bures begrüßt, dass im November das offizielle Österreich und die Kirche in einem gemeinsamen Akt im Parlament eine Geste der Verantwortung für das Unrecht an Heimkindern setzen werden. Es werde damit einem langjährigen Wunsch von Opfervertretern und der Unabhängigen Opferschutzkommission entsprochen, so Klasnic in einer Aussendung am Dienstag, 27. Juli 2016.
Bereits 2013 habe die Opferschutzkommission eine solche Veranstaltung vorgeschlagen und in diesem Sinne Gespräche u.a. mit dem damaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer sowie Kardinal Christoph Schönborn und Mitgliedern der Bundesregierung geführt, erinnerte Klasnic.
"Es geht über finanzielle und therapeutische Hilfestellung hinaus um einen würdigen Akt von Staat, Kirche und Gesellschaft, in dem die Anerkennung des oft unermesslichen und unabgeltbaren Leids der Betroffenen und deren Menschenwürde im Mittelpunkt stehen", so die Operschutzanwältin. Vor allem gehe es auch um gesamtgesellschaftliche Bewusstseinsbildung mit dem Schwerpunkt Prävention. "Im Kampf gegen Missbrauch und Gewalt kann und darf es keinen Schlussstrich geben", so Klasnic, die seit 2010 auf Ersuchen der Bischofskonferenz die Unabhängige Opferschutzkommission eingerichtet hat und dort den Vorsitz führt.