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Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon.
27.07.2016

Sommer

 ‚Sehen – Urteilen – Handeln‘ - der ignatianische Dreischritt; von Dr. Johannes Fürnkranz

 

Hochsommer in Rom. Die Straßen glühen, sogar in der Nacht kühlen sie nicht mehr ganz aus. Wer nur irgendwie kann, flieht aus der Schwüle der Stadt, so auch der Verfasser dieser Zeilen: Dreißig Kilometer östlich von Rom liegt San Pastore, das Landhaus des Collegium Germanicum et Hungaricum, des deutsch-ungarischen Priesterseminars in Rom.

 

Hier wird am 31. Juli feierlich der Festtag des Hl. Ignatius von Loyola begangen: Ignatius ist der Gründer dieses römischen Seminars; seinem Orden, den Jesuiten, ist die Ausbildungsstätte bis heute anvertraut.


Dem Orden des heutigen Tagesheiligen entstammt auch Papst Franziskus, und in vielem ist seine Prägung durch den Ordensgründer spürbar.

 

So steht sein großes Nachsynodales Schreiben Amoris Laetitia (wie auch schon die beiden vorausgehenden Bischofssynoden über die Familie) ganz unter dem ignatianischen Dreischritt ‚Sehen – Urteilen – Handeln‘:

 

  1. Was nehme ich wahr – in der Welt, in mir?

  2. Was davon ist trostreich (was also bewirkt bleibende innere Freudigkeit, führt zur Zunahme an Glaube, Hoffnung und Liebe, vgl. Ignatius, Exerzitienbuch, 316), und was nicht?

  3. Zu welchem Handeln führt, ja drängt mich diese Erfahrung?


Ein ignatianischer Dreischritt, der nicht nur für Jesuitenpäpste, nicht nur für theologische und seelsorgliche Fragen gilt, sondern auch für unsere alltäglichen Entscheidungen geeignet ist …


Heiliger Vater Ignatius, bitte für uns!