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Der Sonntag
26.07.2016

Gelebte Barmherzigkeit: „Einfach da sein, Zeit schenken“

Monika Lunzer engagiert sie sich für werdende Mütter und für ältere kranke Menschen.

 

Ich bin jung Mama geworden“, schildert Monika Lunzer. 17 Tage nach ihrem 16. Geburtstag wird sie Mutter eines Sohnes. Mit der Unterstützung ihrer Eltern kann sie die Lehre zur Friseurin machen.

 

36 Jahre übt sie den Beruf aus, „dann musste ich krankheitsbedingt in Frühpension gehen“.

 

Lunzer begleitet in der Folge als „Doula“ werdende Mütter in der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett.

 

Dabei kommt die Frage auf: „Was mache ich im Falle einer Totgeburt, oder wenn das Kind bei der Geburt oder kurz danach stirbt? Sie „will mehr darüber wissen“ und absolviert im Kardinal König Haus eine Ausbildung für Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung.


„Dann bin ich für die Praxis zur Caritas ins mobile Hospiz gekommen.“ Lunzer bleibt. Seit fünf Jahren ist sie nun ehrenamtliche Mitarbeiterin bei schwerkranken Menschen.

 

Zurzeit kommt sie wöchentlich für ein paar Stunden zu einer Frau nach Wien-Leopoldstadt. „Im Familienverband spricht man nicht gerne über das Ende des Lebens, mit mir aber sehr wohl.

 

Es geht auch darum, einfach da zu sein und der Person Zeit zu schenken.“ An ihre erste Begleitung erinnert sie sich besonders gut: „Der Patient hatte keine Stimme mehr, es gab nur nonverbales Kennenlernen, ich habe ihn begrüßt und ihm meine Hand gegeben, dann hat er sie gedrückt und mir ausgedrückt: „Du bist willkommen.“ 

 

Wichtig ist ihr: „Ich sehe den Patienten  und seine Situation, das Wort Krankheit gibt es in meinem Kopf gar nicht, weil ich den Menschen sehe, mit allen seinen Bedürfnissen.“