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26.07.2016

Schönborn: Integration darf nicht misslingen wie in Frankreich

Wiener Erzbischof hofft auf andere Weg in Österreich.

Vor einer Migrantenghettobildung wie in Frankreich hat der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, am Rande des am Dienstag, 26. Juli 2016, in Krakau beginnenden katholischen Weltjugendtags (WJT) gewarnt. Die Integration sei in Frankreich bedauerlicherweise misslungen, so der Erzbischof in einem Gespräch mit "Kathpress" am Dienstag. Diese Erfahrung müsse sich Österreich zu Herzen nehmen und Ghettos schon im Ansatz verhindern. Österreich müsse mehr tun, um jungen Migranten und Asylwerbern Chancen zu geben.

 

Radikalisierung ist nichts Neues

Dass junge Menschen in den Terrorismus abgleiten und zu Mördern werden, sei schrecklich, "für ihn aber nichts Neues". Er habe als Student erlebt, wie Kollegen vom Maoismus und Klassenkampf fasziniert gewesen seien, so wie heute Jugendliche vom "Islamischen Staat". Auch damals schlitterten mehrere in den Terrorismus. Schönborn erinnerte an die Hinrichtungen der deutschen "Rote Armee Fraktion" (RAF) in den Jahren um 1970 in Deutschland. Gezielt seien damals Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens von der RAF getötet worden.

 

Integration durch Wehrpflicht

Im Blick auf eine bessere Integration der Flüchtlinge und Fällen von "Flüchtlingsterrorismus" wie in Würzburg oder Ansbach nahm Schönborn wieder Bezug auf die Situation in Frankreich. Dort bedauere man heute die Abschaffung der Wehrpflicht. Das Jahr in der Uniform habe viele Migranten dazu gebracht, sich mit dem Staat, in dem sie lebten, auseinanderzusetzen. Er selbst teile diese Einschätzung.