Donnerstag 21. Mai 2026

Schnellsuche auf der Website

Der Sonntag
20.07.2016

Keine Angst vor der Vernunft

Die Aufklärung begann nicht erst im 18. Jahrhundert, betont der Neutestamentler Lohfink.

 

„Der Glaube hat keine Angst vor der Vernunft. Im Gegenteil: Er sucht sie und vertraut ihr“: Dieses Wort von Papst Franziskus (in: „Evangelii Gaudium“ Nr. 242) stellt der Neutestamentler Gerhard Lohfink seinem jüngsten Buch „Im Ringen um die Vernunft. Reden über Israel, die Kirche und die Europäische Aufklärung“ (Herder-Verlag) voran.

 

Die Geschichte der Europäischen Aufklärung fange nicht erst im 18. Jahrhundert an, sie begann in Griechenland und mit den biblischen Erzählungen von Abraham und dem Exodus Israels.

 

Durch Jesus wurde die Aufklärungsarbeit fortgeführt und vertieft. Es war übrigens ein französischer Erzbischof, François Fenelon (1651-1715), der die Trias „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ zum ersten Mal verwendete.


Lohfink nimmt in den 22 Kapiteln seines Buches Stellung zu den wirklich heißen Eisen des Glaubens:

 

  • „Ist die Kirche zur Aufklärung gezwungen worden?
  • Kehren die alten Götter zurück?
  • Haben die ersten Christen Jesus verstanden?
  • Mord im Namen Gottes?
  • Hat Ostern die Geschichte verändert?
  • Antijudaismus bei Paulus?
  • Wie missioniert die Kirche?“


Besonders hingewiesen sei auf die Kapitel „Die neutestamentliche Basis des priesterlichen Amtes“ und, weil besonders aktuell, „Fremde, Flüchtlinge, Verfolgte“, wo Lohfink über die Weltgerichtsrede Jesu (Matthäusevangelium, Kapitel 25) nachdenkt.

 

Im Kapitel „Warum ich an Gott glaube“ zeichnet der Neutestamentler, der in der „Katholischen Integrierten Gemeinde“ seine Heimat gefunden hat, sehr persönlich seinen eigenen Glaubensweg nach, angefangen vom gläubigen Elternhaus bis hin zum reflektierenden Theologieprofessor.