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19.07.2016
Hochzeiten, Taufen, Andachten in Allianz-Arena

Interreligiöser Andachtsraum im neuen Rapid-Stadion eröffnet

Kardinal Christoph Schönborn segnete Statue von Fußballheiligen Luigi Scrosoppi.

Nach der sportlichen Eröffnung gegen den FC Chelsea am vergangenen Samstag, wurde am Dienstag, 19. Juli 2016, der interreligiöse Andachtsraum im neuen Allianz-Stadion des Wiener Traditionsklubs SK Rapid eröffnet. „Damit geht der Traum vieler grün-weißer Fans tatsächlich in Erfüllung“, freute sich der Weikendorfer Pfarrer Christoph Pelczar bei der Eröffnung. „Glauben und Siegen, schnell von der Defensive auf die Offensive umschalten“, so lautet für Pelczar das Motto.

 

Der in grün beleuchtete Andachtsraum ist geprägt durch einen Altar und an der linken Seite durch eine Holzstatue. Es ist eine Figur des Schutzpatrons der Fußballer, des heiligen Luigi Scrosoppi. Dieser lebte von 1808 bis 1884 in Udine und zeichnete sich durch seine Jugendarbeit aus. Er wurde 2001 heiliggesprochen und 2010 zum Schutzpatron der Fußballer erklärt.

 

„Vorbild des absoluten Miteinanders“

Kardinal Christoph Schönborn unterstrich in einer kurzen Predigt im Andachtsraum: „Ich war immer fasziniert, was in diesem Sport absolute Voraussetzung ist, das völlig sich aufeinander abstimmen, eingehen und absoluter Teamgeist“. Das so der Wiener Erzbischof „ist etwas außerordentlich vorbildliches“. Der Fußball stelle „ein Vorbild des absoluten Miteinanders dar und ist eine der möglichen großen Schulen des Menschseins“.

Nach der Segnung der Holzstatue von Luigi Scrosoppi erfolgte eine kurze Präsentation am Rasen der neuen „Allianz-Arena“ und es blieb Zeit für Interviews. Seelsorger Christoph Pelczar der für 15 Stunden als Seelsorger nun in seiner neuen Aufgabe beim SK Rapid in Verantwortung der Kategorialen Seelsorge der Erzdiözese Wien angestellt ist: „Es ist eine Begleitung der vielen Lebensgeschichten im grün-weißen Raum. In erster Linie möchten wir Feiern, durch Hochzeiten und Taufen, aber auch Begräbnisgottesdienste und Verabschiedungen werden im Andachtsraum stattfinden können.“  Der Andachtsraum sei aber auch „Kraftquelle und für das zur Ruhe kommen geeignet“, so der schon früher als Mentalcoach bei Rapid tätige Seelsorger.

 

Stadion versus Freiluftgottesdienst

Kardinal Christoph Schönborn wurde mit der Frage konfrontiert, wie es denn sei, wenn zu einem kirchlichem Termin 28.000 Menschen kommen, wie nun in das Rapid-Stadion passen. Der Wiener Erzbischof schlagfertig: „Ich bin nächsten Montag unterwegs nach Krakau, dort werden zwei Millionen Jugendliche bei einer Freiluftmesse mit Papst Franziskus sein. Es gibt solche Momente und die sind unglaublich eindrucksvoll.“

Und darauf angesprochen, dass manche Rapid-Fans ihren Klub als Religion bezeichnen, sagte Kardinal Schönborn: „Es gibt zwar Parallelen zwischen Fußball und Glaube, aber es schadet den Rapid-Anhängern sicher nicht, wenn sie Gott dort suchen, wo er wirklich ist.“ Die Kooperation zwischen der Erzdiözese Wien und Rapid sei für die Kirche insofern ein "Auswärtsspiel", als ein Stadion kein üblicher Ort für kirchliche Präsenz sei.

 

Generalvikar Nikolaus Krasa wurde in der Nähe der „Heimat“ von Rapid Wien groß: „Ich bin in der Aufhofstraße über den Wien-Fluss drüber aufgewachsen und sozusagen ein geborener Rapid-Fan“. „Gemeinschaft, Teamgeist und Vertrauen“, dass seien Werte, die der Fußball und auch die Religion zeigen, so der Generalvikar.