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15.07.2016
Stellungnahme des Präsidenten des Päpstlichen Einheitsrates

Nizza-Terror: Kardinal Koch fordert ökumenischen Schulterschluss

Kurienkardinal: Wer Gewalt im Namen der Religion ausübt, missbraucht Religion.

Kurienkardinal Kurt Koch fordert einen neuen entschiedenen Schulterschluss aller Kirchen und Religionen gegen Terror und Gewalt. Im "Kathpress"-Interview am Rande der Ökumenischen Sommerakademie in Kremsmünster zeigte sich der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates tief betroffen über den Terroranschlag in Nizza. Sein Mitgefühl und sein Gebet sei bei den Opfern und deren Angehörigen. Der Terror sei inzwischen allgegenwärtig und löse verständlicher weise ungeheure Ängste aus, so Koch am Freitag, 15. Juli 2016. Umso schlimmer sei es, wenn Terrorakte im Namen einer Religion ausgeübt würden. "Das ist ein Missbrauch von Religion".

 

Der Kardinal erinnerte an das von Papst Johannes Paul II. 1986 in Assisi initiierte (und 2002 und 2011 wiederholte) Weltgebetstreffen der Kirchen und Religionen für den Frieden. Koch: "Wir brauchen ein neues Assisi. Assisi war die Zusammenkunft aller Kirchen und Religionen, die gemeinsam bekannt haben, dass die Zwillingsschwester der Religion Friede heißt und nicht Gewalt. Dieses Zeugnis brauchen wir in der heutigen Welt."

 

IGGiÖ: "Verbrechen mit nichts zu rechtfertigen"

Eine scharfe Verurteilung des Terroranschlags kommt indes auch von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ): "Wer immer sich zur Tötungsmaschine macht, muss wissen, dass ein solches Verbrechen mit nichts zu rechtfertigen ist", heißt es in der vom designierten IGGiÖ-Präsidenten Ibrahim Olgun unterzeichneten Erklärung am Freitag. "Religiös betrachtet zieht jeder Mord im Diesseits und Jenseits schwerste Bestrafung nach sich."

 

Man hoffe, dass die Solidarität "die grausame Kalkulation der Terroristen nicht aufgehen lassen, die Gesellschaft zu spalten und in Angst zu lähmen", so Olgun weiter. Abschließend rief die IGGiÖ dazu auf, die Freitagsgebete zu nutzen, um sich "dem Thema zu widmen und aller Opfer des Terrors zu gedenken".