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07.07.2016
Auszeichnung mit Dallinger-Medaille

Katholische Publizisten und ÖGB ehren Hubert Feichtlbauer

84-jähriger bei Verbands-Heurigem mit Alfred-Dallinger-Medaille ausgezeichnet.

Hubert Feichtlbauer, langjähriges Mitglied und von 1979 bis 1991 Vorsitzender des "Verbandes katholischer Publizistinnen und Publizisten Österreichs", stand beim Sommerheurigen des Verbands am Mittwoch, 6. Juli 2016 im Mittelpunkt von Ehrungen. Nach einem Gespräch der aktuellen Verbands-Vorsitzenden Gabriele Neuwirth mit dem 84-jährigen renommierten Journalisten überreichte ihm Journalistengewerkschafter Franz C. Bauer mit der Alfred-Dallinger-Medaille in Gold die höchste Auszeichnung der GPA-djp.

 

Esprit, Wortwitz und Tiefgang

Beim Word-Rap mit Neuwirth bewies der an einer Krebserkrankung leidende Feichtlbauer Esprit, Wortwitz und Tiefgang. Er gab Auskunft über seine Prägungen, berufliche Stationen, sein christliches Wertefundament und auch über Misserfolge und Fehleinschätzungen: Z.B. outete er sich als langjähriger Verfechter der großen Koalition und zur Abgrenzungspolitik von Kanzler Franz Vranitzky gegenüber den Freiheitlichen unter Jörg Haider; wenn eine Regierungskonstellation trotz schwindender Mehrheit an der Macht bleibe, ohne notwendige Großreformen zustande zu bringen, müssten neue Bündnisse möglich sein, so Feichtlbauer.

 

Auch im Blick auf die Kirche sei der katholische Publizist mancher Fehleinschätzung erlegen, bekannte er: So habe er einst gemeint, seine Generation werde das Abgehen von der Zölibatsverpflichtung für Weltpriester nicht mehr erleben, wohl aber deren Kinder. Da sei er sich "nicht mehr so sicher", sagte Feichtlbauer. Zugleich ortet er wachsende Reformbereitschaft im Kirchenvolk und auch ganz an der Spitze bei Papst Franziskus. Einen Schlüssel dafür können "mehr Subsidiarität" im kirchlichen Leben sein. Das habe zwar bereits Papst Pius XII. erwogen, aber Papst Franziskus wolle damit anscheinend jetzt beginnen.  Vielen kirchlichen Verantwortungsträgern fehle aber noch der Mut zu neuen Weichenstellungen. Wenn diese von der Basis breit getragen würden, seien sie in Zukunft aber unaufhaltsam.

 

„Komplimente sind immer peinlich“

Keine Illusionen macht sich der frühere Vorsitzende der Plattform "Wir sind Kirche" hinsichtlich der künftigen volkskirchlichen Breite. Ein Ende der Entinstitutionalisierung in unseren Breiten sei nicht absehbar, die Kirche der Zukunft werde eine deutlich kleinere Schar entschiedener Christen sein.

 

Zu den Ehrungen und dem ihm gezollten Lob antwortete er in typischer Feichtlbauer-Manier: "Komplimente sind immer peinlich. Noch peinlicher ist nur, wenn man keine bekommt."

 

Hubert Feichtlbauer, ein 1932 geborener Innviertler, war seit 1960 in verschiedenen österreichischen Printmedien als Chefredakteur und auch bei der Bundeswirtschaftskammer leitend tätig. Die gewerkschaftliche Auszeichnung erhielt Feichtlbauer u.a. für sein Engagement bei der Neuerrichtung des Österreichischen Presserates 2010, dem er seither angehört. Die Buchveröffentlichungen des CVers dokumentieren u.a. sein waches Interesse an kirchlich-religiösen Themen, so "Zerbricht die Kirche?" (1999), "Franz König - Der Jahrhundert-Kardinal" (2003) und "Neuer Papst - Hoffnung für wen?" (2005).