Viel Aufmerksamkeit hat die kleine Pfarre Straning (358 Katholiken) im Weinviertel mit Artikeln in der Bezirkszeitung und in „Heute“ gefunden. Der Grund: Es gibt eine Unterschriftenliste gegen die Entscheidung der Erzdiözese, die Pfarre einem größeren Pfarrverband zuzuordnen. Denn man will weiter einen Pfarrer, der in der Pfarre wohnt und keinen „Wanderpriester“.
Der Hintergrund: Schon 2012 hat der Pfarrer der drei Pfarren Straning, Grafenberg und Wartberg davon gesprochen, sich verändern zu wollen. Nach Gesprächen mit dem Dechant und den Spitzen der drei Pfarrgemeinderäte hat der zuständige Bischofsvikar, Weihbischof Stephan Turnovszky, entschieden, den benachbarten, aus sechs kleinen Pfarren bestehenden Pfarrverband um diese drei Pfarren zu erweitern.
Dadurch entsteht ein Pfarrverband mit neun Dörfern und insgesamt 2500 Katholiken. Gleichzeitig wird das Seelsorgeteam erweitert. Statt bisher zwei Pfarrer werden künftig ein Pfarrer (der erfahrene Dechant Nicolaas Janssens) und ein Kaplan hier tätig sein und im Pfarrverband wohnen. Dazu kommt ein regelmäßig aus Wien pendelnder Priester, der gemeinsam mit den beiden ortsansässigen Geistlichen die Sonntagsgottesdienste sicherstellen wird. Erstmals wird auch eine hauptamtliche Pastoralassistentin das Team verstärken.
Bischofsvikar Turnovszky bestätigt, dass er die Unterschriftenliste und einen ausführlichen Brief der Pfarrgemeinderätin Elisabeth Prokop erhalten hat und gestern, Dienstag 5. Juli 2016, per Post geantwortet hat. Darin würdigt der Bischofsvikar die Sorge der Menschen um ihre Pfarre, hält aber auch fest, dass die getroffene Entscheidung keine für die Pfarren ungünstige ist und daher aufrecht bleibt. Es stünde nicht die Menge an geeigneten Priestern zur Verfügung, die nötig wäre, kleine Pfarren einfach nachzubesetzen. Außerdem wolle man in der Erzdiözese Wien entsprechend dem Diözesanen Entwicklungsprozess die Kooperation von Priestern und Pfarren verbessern.
Dass wie bisher ein Priester im Pfarrhof Straning wohnt, ist weder zugesagt noch ausgeschlossen. Denn in welchem Pfarrhof künftig Pfarrer und Kaplan wohnen werden, gibt der Bischofsvikar nicht vor. Einen „Wanderpriester“, wie ihn laut „Heute“ die Straninger für ihre Pfarre befürchten, gibt es nicht und wird es auch in dem wenige Quadratkilometer großen Pfarrverband, der dem von den Katholiken gewählten Entwicklungsraum entspricht, nicht geben.