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Der Sonntag
04.07.2016

Konfliktmineralien: Wo ist der gute Wille der EU?

Wolfram, Tantal, Zinn und Gold und die Rechte der Ärmsten ... von Gudrun Sailer

 

Das, wovor Franziskus warnte, das, was er die reichen Länder zu verhindern bat: Genau das ist passiert, als sich EU-Parlament, EU-Kommission und EU-Staaten jetzt auf die Leitlinien einer Verordnung zum Handel mit Konfliktmineralien einigten.

 

Wolfram, Tantal, Zinn und Gold: Damit finanzieren Kriegsherren in Drittweltländern ihren Terror einschließlich infamster Menschenrechtsverletzungen.

 

Die EU-Einigung kam zum ersten Jahrestag der Enzyklika „Laudato si“, mit der Franziskus alle Menschen guten Willens um ihren Einsatz für Schöpfung und gegen Armut bat.


Wo war der gute Wille der EU?

 

In diesem Kontinent, der seinen Reichtum auch aus Schätzen anderer Erdteile schöpft, dürfen die meisten Unternehmen weitermachen wie bisher.

 

Die geplante Verordnung erfasst nur Unternehmen, die Metalle importieren, abbauen oder schmelzen. Außen vor ist die verarbeitende Industrie, jene, die ausgerechnet Handys, Ipads oder Autos herstellt.


Christliche Menschenrechtler hatten 40.000 Unterschriften nach Brüssel geschickt, damit die Entscheidung über Handelsbeschränkungen für Konfliktmineralien die Rechte der Ärmsten bedenkt, die, die keiner sieht, die, für die sich Franziskus den Mund fusselig redet, zuletzt bei der Verleihung des Europäischen Karlspreises, als die EU-Spitze gesammelt nach Rom kam.


Wolfram, Tantal, Zinn und Gold: Wo ist der gute Wille der EU?